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Denkschrift über die Berechtigung eines interkommunalen Lastenausgleichs in wirtschaftlich zusammenhängenden Gemeinden insbesondere in Groß-Berlin

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Bibliographic data

fullscreen: Denkschrift über die Berechtigung eines interkommunalen Lastenausgleichs in wirtschaftlich zusammenhängenden Gemeinden insbesondere in Groß-Berlin

Monograph

Identifikator:
101440830X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-67861
Document type:
Monograph
Title:
Denkschrift über die Berechtigung eines interkommunalen Lastenausgleichs in wirtschaftlich zusammenhängenden Gemeinden insbesondere in Groß-Berlin
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Druck von W. & S. Loewenthal
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (25 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VI. Der Vergleich der "Leistungsfähigkeit "
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Denkschrift über die Berechtigung eines interkommunalen Lastenausgleichs in wirtschaftlich zusammenhängenden Gemeinden insbesondere in Groß-Berlin
  • Title page
  • I. Allgemeines
  • II. Ein Ausgleich zwischen Gemeinden ist grundsätzlich für unzulässig zu erachten. Nur Steuerverteilung kann gefordert werden
  • III. Ein sogenannter Steuerausgleich zwischen zwei Gemeinden widerspricht dem obersten Grundsatz der Selbstverwaltung
  • IV. Der "wirtschaftliche Zusammenhang" mehrerer benachbarter Gemeinden bildet keinen Titel zu einem besonderen Ausgleich
  • V. Eine scharfe Sonderung zwischen Arbeiterwohngemeinde und Betriebsgemeinde im Sinne des § 53 KAG. besteht in Groß Berlin nicht
  • VI. Der Vergleich der "Leistungsfähigkeit "
  • VII. Die steuerliche Belastung der Vorortbewohner überschreitet nicht die normalen Grenzen
  • VIII. Die Höhe der Volksschullasten berechtigt keinesfalls zum Ausgleich

Full text

17 
Wenn unter ben westlichen Vororten mehr Orte mit verhaltnismahig 
germgerer Klassenfrequenz vorhanden find, so beweist bas wenig. Die 
Klassenfrequenz mutz hier im Rahmen bes geltenben Schulsystems geringer 
fetn, Weil eben nicht mehr Kinber vorhanben smb. Das ist aber nur vor- 
ubergehenb. Die Belegung wirb aber unbebingt starker feirt, sobalb bie 
Kinberzahl wach st. Grunewalb hat bei 239 Kinbern 34, Dahlem bei 100 
Kinbern 33 in einer Klasse. Mit bemselben Recht konnte aber Neukolln bie 
Gemeinbe Berlin-Heinersborf mit 900 Einwohnern, 121 Schul- 
kinbern nnb einer Klassenfreqnenz von 30 (bie geringste in ganz 
Groh Berlin) zu ben besonbers leistungsfahigen Gemeinben zahlen. Fur 
bie Klassenfrequenz in einem grohen Teil anberer preuhischer Grohstabte steht 
bie Statistik bei Silbergleit, Prenhens Stabte, Berlin 1908, znr Verfugung. 
Sie betrifft bas Jahr 1906, kann aber, ba es sich nur um bas Verhaltnis 
ber Stabte zneinanber, nicht um bie absolnten Zahlen hanbelt, sehr wohl be- 
nntzt werben. Neukolln hatte bamals 58 Kinber im Klassenburchschnitt. 38 
von ben 110 aufgefuhrten Stabten hatten eine grohere Frequenz, 7 stanben 
Neukolln gleich, so bah sich bie Frequenz ber Klassen in Neukolln burchaus 
aus einer mittleren Linie bewegt*). 
Was bie Aufwenbungen fur ein Schulkinb betrifft, so kaun (wenn 
seststeht, stir welchen Normalsatz ein Kinb orbnungsmahig beschult werben 
kaun) aus einer besonbers g e r i n g e n Kopfquote vielleicht gefolgert werben, 
bah bie Gemeinben nicht geuugenb Mittel zur orbeutlichen Ausgestaltung 
ihres Schulwesens besitzen. Sicherlich smb aber bie Aufwenbungen, wenn 
man bie Zahlen ber Neukollner Statistik zugrunbe legt, im Verhaltnis zu 
ben Aufwenbungen Berlins nnb ber westlichen Vororte burchaus normal 
nnb geben keinen Anlah zu ber Vermutung, bah unzulassig aus Kosten ber 
Kinber gespart werbe nnb gespart werben muffe, wobei bemerkt wirb, bah bie 
Berechnung ber Berliner Kopfquote beswegen so niebrig ist, Weil Neukolln zwar 
bei alien ben Gemeinben, bie ihre Schulen aus Anleihemitteln bauen (vergl. 
Tabelle Anhaug II e), bie Zinsen nnb Tilgungsraten bet Anleihen, auch soweit 
es sich um bie Beschaffung bes Grunb uub Bobens hanbelt, unter bie Ausgaben 
setzen, wahrenb beispielsweise in Berlin nnb Charlottenburg bie aus laufenben 
Mitteln gebeckten Aufwenbungen fur ben Grunb unb Boben unb bie Bau- 
kosten nicht berechnet stub. Die absolnten Aufwenbungen stir bie Volksschulen 
betrugen banach in Berlin fur 1913: 37114 950 M (wahrenb Neukolln 
fur 1911: 25 307 902 Ji berechnet), in Charlottenburg uach ber Berech 
nung Neukollns (fur 1911) 3 244 075 M, bei richtiger Berechnung (1913) 
4 540 378 M. 
Neukolln berechnet einen Durchschnitt von 108,7i fur Groh Berlin anschei- 
nenb als Normalsatz unb will, inbem es ben burchschnittlichen Aufwanb ber 
ostlichen Bororte mit 88,«s hiermit vergleicht, ben Anfchein erwecken, bah bie 
ostlichen Vororte im allgememen zu wenig aufwenben konnen, unb insbe- 
sonbere, bah bie Gemeinbe Neukolln mit 74,os noch weit unter biesem Durch 
schnitt steht. Die Festsetzung eines Normalsatzes mit Hilfe 
ber Durchschnittsberechnung fur bie Gemeinben Groh 
Berlins ist aber falsch. Um zu berechnen, ob eine Gemeinbe mit 
geringeren Kraften hinter bem Normalen zuruckbleibt, kann nicht mit in 
Berechnung gezogen werben, was bie wohlhabenben Gemeinben teilweise frei- 
willig, teilweise gezwungen burch bie Verhciltnisse (Grunbstuckspreise usw.) 
leisten mussen. Die Aufwenbungen ber Gemeinben auf ben Kopf bes Schulers 
in ben anberen Gemeinben Prenhens sinb benn auch bebeutenb geringer. 
Aus ber ber Petition ber groheren preuhischen Lanbgemeinben beigegebenen 
Statistik ergibt sich, bah von ben groheren Lanbgemeinben keine auch nur 
annahernb an bie Aufwenbungen fiir ben Kopf eines Schulers in ben Ber 
liner Vororten heranreicht. Die Durchschnittsaufwenbung betragt in ben nicht 
zu Groh Berlin gehorigen 70 Orten 45,«s M; Griesheim in Hessen-Nassau 
mit 69, Thale am Harz mit 66,so unb Bohwinkel, ein Ort mit charakte- 
ristischem Vorortgeprage mit 66,i« M, uberragen bei weitem. Die ein- 
zelnen Betrage smb aus ber Seite 20/21 befinblichen Aufstellung zu ersehen 
(Spalte 2). 
Auch hinsichtlich ber L e h r e r b e s o l b u n g ist bie Klage ber Vororte, 
bah sie es Berlin nicht gleich tun konnten, unberechtigt. Vergleicht man bie 
zu Gebote stehenben Zahlen sur 1910, so ergibt sich, bah bie Gehalter im 
Rahmen ber gegeuwartigen Verhaltnisse angemessen smb. Die Angemessenheit 
laht sich wieber nur burch Gegenuberstellung ber Zahlen in anberen Stabten 
prufen. Das Vorliegen einer wirtschaftlichen Einheit erforbert bie Gleichheit 
ber Ortszulagen nicht (vgl. S. 12 Anm.). Die Neukollner unb Lichtenberger 
Ortszulagen (600 M in 31 Jahren unb 750 M in 31 Jahren) liegen burch 
aus auf gleicher Basis mit anberen Grohstabten, wie aus ber llebersicht im 
Stat. Jahrbuch beutscher Stabte, XIX S. 400, zu ersehen ist (vgl. bort Dort- 
munb, Duisburg (400 M in 22 Jahren), Kiel 570 M in 22 Jahren, Konigs- 
berg 450 M in 28 Jahren, Magbeburg 550 M in 28 Jahren, Stettin 400 M 
in 25 Jahren). Gegenwartig erreichm in Neukolln bie Ortszulagen in 
31 Jahren 750 M, in Lichtenberg in 31 Jahren 900 Ji. 
Uebrigens smb auch bie B e a m t e n g e h a l t e r in Groh Berlin 
nicht einheitlich georbnet, ohne bah sich erhebliche Mihstanbe gezeigt haben. 
*) Vergl. fiir das Jahr 1910 die Angaben ilber die Durchschnittsfrequenz 
der Klassen im Statist. Jahrbuch deutscher Stabte XIX S. 730, die — bei etwas 
anberen Zahlen — das gleiche Ergebnis erkennen laht (Neukolln ist hier schon auf 
53,so gesunken.)
	        

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Denkschrift Über Die Berechtigung Eines Interkommunalen Lastenausgleichs in Wirtschaftlich Zusammenhängenden Gemeinden Insbesondere in Groß-Berlin. Druck von W. & S. Loewenthal, 1914.
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