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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

2 
L 788103 Schafe, 478944 Schweine und 6067 Kamele, gezählt. Auch 
die Pferdezucht it, befonders bei den Kofaken, [ehr verbreitet, 
Der Don und feine zahlreihen Nebenflüfje zeihnen Koh durch 
großen FijdHreidhtum aus; bhejonders ergiebig ijt Der Fildhfang im 
Unterlaufe des Don — im Jahre 1911 wurde die Yusbeute auf 
weit über 100000 Zentner gefhäbt. Die wichtiglten Filde des Don 
iind: Sander, Bracjen, Zärten, Wels, Karpfen, Mellerfiidhe, Störe, 
Sewrugen, ferner au Heringe (im Jahre 1911 gegen 2,5 Millionen 
Stüd). Der FilHfang an den Ufern des Ajowihen Meeres ijt eben- 
Falls fehr ergiebig. Die Filde werden, foweit fie nit als Nahrung 
jür die Landbevölferung dienen, in die Städte des Gebietes geliefert, 
oder audh in gefalzenem oder geräuchertem, im Winter aud) in ge- 
jrorenem Zuftande ausgeführt. 
Die verbreitete Annahme, dakz die Landbevölferung des Dongebie- 
tes ausiglieblid aus Kofaken beitehe, ijt grundfalih. Mit dem 18. Sahr- 
jundert fekte Hier eine [tarke Befiedelung des Gebietes mit [eibeigenen 
Bauern ein, die neben den freien Kofjaken in demjelben Abhängig- 
‘eitsverhältnis von den Gutsbeligern lebten, wie in den übrigen Teilen 
Rublands. . HNudH nach der Aufhebung der Leibeigen[Haft blieb Ddiele 
Scheidung zwilden den Kofaken und der übrigen Bevölkerung beltehen, 
die insbejondere in den verldhiedenen YWararverhältniffen ihren Aus- 
drud fand. 
Sm Jahre 1835 wurde jeder Kofakengemeinde (Stanize) ein 
Landgebiet, die „Iurte“, zugeteilt, deifen Größe fo bemeffen war, daß 
'edem männligen Kofjaken 30 Dekiatinen Land zufielen. Das den 
Rofaken in der erfien Zeit ZU Verfügung [tehende Land war mithin 
io reiclid, das eine Wbgrenzung des jedem Einzelhof (chutor) zufom- 
nenden Landes überhaupt nicht vorgenommen wurde, jondern jeder 
‘viel Land in Belig nahm, wie er brauchte. Sn der Folge wurde, 
nit der Zunahme der Bevölkerung, wohl almählid zu einer Abgren- 
zung des Landes gefchritten, aber nod) im Yahre 1874 kamen noch 
zuf jeden männliden Kofjaken 25 Dehziatinen. Infolge des weiteren 
itarlen Zuwachjes der Bevölkerung ging der Landanteil der einzelnen 
zwar weiter zurüd, aber von einer wirfliden Landnot Äonnte unter 
den Kofaken immerhin nicht die Rede jein — betrug doc) der einzelne 
Anteil nodH im Jahre 1900 13,5 Dekijatinen. Irokdem ijt die Pro- 
jetarifierung audy unter den Stojaken weit fortgejdhritten, und die 
Hälfte bewirtjdhaftete ihren Anteil vor dem Kriege nidHt [elbit, Jon- 
dern verpachtete ihn an die WohlhHabenderen. Eine nicht geringe Rolle 
ipielten bei bdiefer Entwidlung zweifellos die großen Lalten, die der 
Heeresdienjt den Kofjaken auferlegte. 
Ganz wefentlid ungünftiger geftellt waren die vormals gutsherr- 
ligen Bauern. Bei der Aufhebung der Leibeigenihaft betrug der Sees
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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