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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

126 — 
znt{predhend abgenommen. Der NReidhtum an Vieh, Pferden und Schwei- 
nen ijt bedeutend. Erjft in leßter Zeit begann aber eine intenjivere 
BiehHzucht Plag zu greifen. Jedocd) war die Ukraine die Hauptlieferantin 
on Schladtvieh für die rujlijdhen Grokitädte Moskau und Petersburg. 
Auf all diefen Gebieten gibt es ganz große Steigerungsmöglichtfeiten 
der Erzeugung, die durd) die Häfen des Schwarzen Meeres gut 3zur 
Ausfuhr gebracht werden fann, zumal die Flüjje der Ufraine in 
weit in das Feltland hineinreidhende [Hmale Meerbujen münden. Wohl 
hat das Eifenbahnwefjen entietlih durd) die Kriege gelitten, aber der 
von den Genoffenfdhaften organifierte Bauer bringt feine RohHitoffe 
auf Schiffen und Wagen an die Stapelpläke auf weitelte Entfernung 
heran. Daher wird bis zur Herftellung des Bahnnekes fein anderer 
Handel neben den Genofjen[haften auffommen können, weil Diele 
allein über die bäuerlidgen Zufuhren verfügen. Yuf demfjelben Wege 
und mit denfelben Mitteln wie vor dem Bau des Eijenbahnneges 
werden fie au den Warenhunger der ukrainijden Bauern befriedigen, 
indem die von den Stapelplägen und Häfen zurüdgehenden Fuhren 
im ganzen Lande die eingeführten Waren verteilen werden. Daher 
erfcheint es wenig ausfjidhtsreidh, wenn bie deut[de GejhHäftswelt, Die 
jrüher mit der grokrullifjden Kaufmannjdhaft in der Ufraine in Ber: 
bindung fand, glaubt, daß eine Wiederaufnahme diejer Verbindung 
ihnen wieder das „rujlijdhe‘“ Gejhäft erjdliegen fönnte. Diejes gibt 
25 nicht mehr. Es ift über Naht im Weltiriege ein ufrainijdes Ge: 
jhäft geworden und wird nun als Joldes durd Verbindung mit den 
ufrainiiden Genojfen]haften entwidelt werden müjjen, oder die deut]he 
Gelchäftswelt wird zujehen mülfen, wie diejer gewaltige Markt in 
die Hände ihrer Konkurrenz fällt. Schlagworte, wie 3. B. daß Groß: 
rußland nicht auf die Schwarzmeerhäfen verzichten kann u[w., ändern 
an der Tatlacdhe gar nidHts, da fie lediglid dem imperialifjtilden Wörter- 
iHas der mosiowitijden Chauvinijten und ihrer reidhsdeut[Hen Freunde, 
zu denen au Heute nod) die Neidhsregierung der Heutigen Mehr- 
heitsparteien zu gehören fcheint, entlehnt find. Erwähnt wurde [dHon, 
wie die gefamte Ausfuhr Grokruklands über die Fejtlandgrenzen und 
die Oltjee geht, wohin aud Sibirien feine Ausfuhr leitet. Über 80% 
der gefamten Einfuhr des auseinandergefallenen Zarenreiches jtrömte 
über diefelben Wege nad SGrokrukland ein — die nicht ganz 20% 
der rullilden Gefamteinfuhr, die durch die Schwarzmeerhäfen kamen, 
blieben in der Ukraine, die fomit ganz allein diefe Häfen ausnußgte. 
Grokruflijher Warenverkehr hat alfo überhaupt nit in ufraini[den 
Häfen jtattgefunden, Die einzige Ausnahme bildet der Schhwarzmeer- 
hafen Roftow am Don, der aber nicht als ufrainiider Hafen an- 
zujehen ijt, da er die Hauptjtadt des grokruflijdhen Donkofakengebietes 
ilt, des großrullijhen Korridors. Er vermittelt die Ein- und Ausfuhr
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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