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Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Bibliographic data

fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Monograph

Identifikator:
1016274645
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-162307
Document type:
Monograph
Title:
Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Koehler
Year of publication:
1920
Scope:
VIII, 309 S
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens
  • Title page
  • Contents

Full text

— 304 — 
Xn Ingermanland gibt es Heute über 30 deutfde Bauernkolonien, 
größere und HNeinere Siedlungen, die alten Stammfolonien und ihre 
ipäteren Ableger. Als ältere Tochterkolonien der Siedlungen in Inger- 
manland liegen fern von ihnen, im Nowgorodiden am Woldhowjtrom, 
die Nikolai-Kolonie und die Wexander-Kolonie; erjtere — gegen 5000 
Seelen groß — in einem abge[dhloffenen Eigendajein ein Bild vergehen 
der deutjhHer Vergangenheit. 
Als Gründung Katharinas II. ijt nod) die Kolonie Hir[Henhof 
in Qivland (1766 gegründet) zu nennen. 
Fern von den Gebieten zufammenhängender Ddeutjder Bauern- 
fiedlungen finden fid no hier und da in den weiten Ländern des 
früheren Rußland einzelne deutfde Kolonien, oder HNeinere Gruppen 
von folgen: in der nördlidjen Ukraine, in Weißrußland und ganz ver- 
einzelt au) in einigen großrufjfilden Gouvernements; in legteren jeint 
der Boden für eine Ausbreitung deutfdher Siedlungen aber nicht geeignet 
gewefen zu fein. In den Ländern der [ogenannten „Fremdvölker“, die 
im Weiten, im Süden und im Olten das großruljlijhe Land umj]ließen, 
haben die groken deutjdjen Siedlungen [tattgefunden, [ich ausgebreitet 
und Haben wejentlid dazu beigetragen, die Wirt[haft diefer Länder 
über das Niveau der armen großruffi[den Reidhsmitte zu heben. Die 
Abiidht der Reichsregierung, eine fremdjtämmige Siedlung vom groß 
rulfilden Lande fernzuhalten, hat hier eine natürlide Entwidlung er- 
gänzt und unterftüßt; es war niHht zum Schaden der deutjhen Kolo- 
nijten, denn die natürliden Reidhtümer Ruklands liegen vornehmlid 
in den Ländern der unterworfenen „Fremdvölker“, und deutiche Ar- 
beit fand dort ein Betätigungsfeld fie zu heben. 
Ohne deutjhe Arbeit ging es überhaupt nicht in Rukland. Schon 
zur Zeit Jwans des Schredliden wurden deut/He Fachleute nad) Mos- 
fau gerufen und ließen jid) dort nieder. Das europäijde Zeitalter 
ruffildher Geidhichte von Peter dem Großen an ijt dann die Gejhichte 
des Aufbaus des modernen rufjijden Staats dur Deutjche, YAWber 
200 Sahre fpäter hieß es fhon im panflawiftijd) gewordenen Ruk- 
[and: der Mohr hat feine Schuldigkeit getan — er kann gehen! Und 
als es zum Außerjten gefommen war mit den Auswüchfen panflawi- 
itiigen Wahnfinns, als ein Gejeß über die „Liquidation‘“ des Land- 
hefikes der deutjdhen Untertanen Ruklands in Kraft treten [ollte, als 
iogar der mündlidHe Gebrauch) der deut/Hen Sprache bei Hoher Strafe 
verboten wart — da brady der ruflijhe Staat zujamnmen. ; 
Es ging night ohne Deutfde in Rußland, und kein neues Staats- 
wefen im Often wird id behaupten fönnen, das auf AWusfhaktung der 
DeutjhHen ausgeht. Das ijt vielleicht eine manden unangenehme Wahr- 
heit, aber wer den Often kennt, der begreift fie, Kein anderes Kultur- 
Dot auker den Deutidhen Iann dem Often die Zahl von Menidhen
	        

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Die Wirtschaftliche Zukunft Des Ostens. Koehler, 1920.
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