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Tote und lebendige Wissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Tote und lebendige Wissenschaft

Monograph

Identifikator:
1016561377
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85201
Document type:
Monograph
Author:
Spann, Othmar http://d-nb.info/gnd/118615904
Title:
Tote und lebendige Wissenschaft
Edition:
Zweite, stark vermehrte und durchgesehene Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
XV, 172 Seiten
Digitisation:
2019
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Tausch und Preis nach individuallistischer und universalistischer Auffassung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Tote und lebendige Wissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Die vier Grundgestalten der Wirtschaft
  • Tausch und Preis nach individuallistischer und universalistischer Auffassung
  • Die Ausgliederungsordnung der Wirtschaft und ihre Vorrangverhältnisse
  • Bemerkungen zu Max Webers Soziologie
  • Index

Full text

78 
In Wahrheit können indessen auch hier individualistische 
und universalistische Auffassung nicht zusammenkommen. Würde 
selbst der individualistisch aufgefaßte Preis zu einer „Vertei 
lung" führen, so wäre diese doch wieder eine durchaus indivi 
dualistisch gedachte, eine solche, die aus den souveränen Tausch- 
Handlungen der Einzelnen folgt! Wenn der Preis sich aus 
dem Tun Einzelner ergibt, dann ergibt sich auch die 
Verteilung aus dem Tun Einzelner, sie summiert sich, aus 
vielen einzelnen Tauschakten, Preisbildungen; die selbstwüchsigen 
Handlungen sollen plötzlich statt eines Chaos eine geordnete, 
volkswirtschaftliche Verteilung ergeben! Die alten individuali 
stischen Klassiker erkannten auch offen dieses Rätsel an. Sie 
priesen den glücklichen Zufall, daß durch den Eigennutz der 
Einzelnen nicht ein Chaos herauskäme und nannten das „prä- 
stabilierte Harmonie" (vgl. oben S. 8 u. 10). Nach diesen: 
Grundsätze hat denn auch Ricardo, hat die Grenznutzenlehre, 
haben alle anderen Individualisten die Verteilungserschei 
nungen erklärt! Die Verteilung ergibt sich ihnen (um es zu 
wiederholen) n a ch t r ä g l i ch , d. h. 1. durch Zusammen 
setzung der einzelnen Handlungen; 2. nachdem im individuellen 
Tausche die Preise sich bildeten und 3., nachdem die Erzeugnisse 
schon selbstwüchsig erzeugt waren, wie beim Fabrikanten, bzw. 
schon selbstwüchsig weiter bewirtschaftet waren (wie dein: 
Händler oder Bankmann), also nachdem fertige Güter jeweils 
schon da sind. Die Individuen machen hier die Verteilung — 
freilich unbewußt und ungewollt. 4. Von der Preisseite 
her ausgedrückt, heißt dies: Die Preise bestimmen 
die Verteilung. Sie bestimmen dadurch ferner auch das, 
was sich (nach individualistischer Betrachtungsweise) nach 
träglich als die organische Verbindung der einzelnen Wirtschafts 
zweige herausstellt, und zwar soll dies nach dem „mechanischen" 
Gesetz von Angebot und Nachfrage erfolgen, indem die weniger 
versorgten Wirtschaftszweige große Profite, die mehr ver-
	        

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Tote Und Lebendige Wissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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