Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Kapitalismus und Sozialismus

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

— 86 — 
„Die armen Fabrikanten!" rief ich lachend dazwischen. „Wie gerne 
möchten sie niedrige Preise machen, aber die bösen Arbeiter lassen das nicht 
zu, die sind zu begehrlich." 
„Nun, das weiß ich schon, daß das nicht wahr ist," entgegnete Wilhelur 
ärgerlich: „aber das ist doch Tatsache, daß höhere Löhne höhere Preise mit 
sich bringen. Und erinnere dich doch nur, du hast uns gezeigt, wie die Preise 
zustande kommen. Zu den Produktionskosten wird der Durchschnittsprofit 
geschlagen, die Summe ist der Preis. Nun gehören aber doch die gezahlten 
Löhne auch zu den Produktionskosten. Ob also die Löhne steigen oder ob zum 
Beispiel das Rohprodukt teurer wird, kommt doch auf eins hinaus. In 
beiden Fällen steigen die Produktionskosten und damit die Preise." 
„Ja, aber wie verträgt sich denn das mit der Wertformel?" warf Karl 
dazwischen. „Der Wert einer Ware ist abhängig von der Arbeitsmenge, die 
zu ihrer Herstellung gesellschaftlich notwendig ist. Ob jetzt die Arbeit besser 
oder schlechter entlohnt wird, ist also für den Wert ganz gleich, solange nach 
wie vor dieselbe Arbeitszeit notwendig ist, um die Ware herzustellen. Von 
den Werten hängen aber die Preise ab. Daher könnten die Preise sich über 
haupt nicht ändern, wenn die Löhne steigen oder fallen; das kann ich aber 
doch nicht glauben; denn es ist doch Tatsache, daß oft Waren teurer werden, 
wenn die Arbeitslöhne steigen, und dann wüßte ich auch nicht, was gegen 
Wilhelms Rechnung einzuwenden wäre. So weiß ich jetzt gar nicht, was ich 
denken soll." 
„Ihr habt vorhin beide davon gesprochen," begann ich wieder, „daß 
die Fabrikanten und Händler »gezwungen« sind, die Preise zu erhöhen. Das 
sieht so aus, als ob die das sehr ungern täten." 
„Nun ja," unterbrach mich Karl etwas ungeduldig, „das ist doch nur 
eine Redensart, wie sie eben Wilhelms Vater und das Wahlflugblatt ver 
wendeten; aber auf die Ausdrucksweise kommt es doch nicht an." 
„Vielleicht steckt aber doch etwas Ernsteres dahinter," erwiderte ich. 
„Jeder Kaufmann will doch so teuer verkaufen, als er nur irgend kann. 
Warum verlangt denn dann nicht jeder noch viel höhere Preise, als es in 
Wirklichkeit geschieht?" 
„Weil sonst die Käufer zum Konkurrenten gehen," antwortete Wil 
helm. „Darüber haben wir ja auch schon früher gesprochen." 
„Ja, und damals sind wir von da aus zum Wertgesetz gekommen." 
ergänzte Karl. „Das ist schon wahr; wenn die Fabrikanten u. s. w. die 
Preise erhöhen könnten, wie sie wollen, dann hätten sie nicht aus die Lohn 
erhöhung gewartet, dann hätten sie die Preise gleich höher angesetzt. Es 
fragt sich also, ob sie die Preise deshalb höher ansetzen können, weil die 
Löhne gestiegen sind." 
„Freilich können sie das," erwiderte Wilhelm. „Erstens haben jetzt die 
Arbeiter mehr Geld und können darum mehr kaufen und höhere Preise 
bezahlen, und zweitens habe ich euch ja schon vorhin gezeigt, daß sich nach 
der Preisberechnung, die wir von Gustav selbst gelernt haben, ein höherer 
Preis ergibt, wenn man zu den gesteigerten Produktionskosten den Prosit 
schlägt. Waren früher zum Beispiel die Auslagen für Rohstoffe, Maschinen 
abnutzung u. s. to. 800 Mk., die Löhne 200 Mk. und der Profit 20 Prozent, 
also auf 1000 Mk. noch 200 Mk., so wurden die fertigen Waren um 
800 + 200 + 200 — 1200 Mk. verkauft. Steigt jetzt der Lohn von 200 Mk. 
auf 300 Mk., dann haben wir 800 + 300 — 1100 Mk. Produktionsunkosten. 
Dazu kommen 20 Prozent von 1100 Mk., das sind 220 Mk., so kostet die 
selbe Ware, die früher 1200 Mk. gekostet hat, jetzt 1100 + 220 Mk., also
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Kapitalismus Und Sozialismus. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, 1920.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the first letter of the word "tree"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.