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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

Object: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
1029903786
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63471
Document type:
Monograph
Author:
Lewiński, Jan S. http://d-nb.info/gnd/102701059
Title:
L'évolution industrielle de la Belgique
Place of publication:
Bruxelles
Publisher:
Misch & Thron, Éditeurs
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (XIII, 444 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Seconde partie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

6. Hamburgs und Bremens Stellung auf dem Weltmärkte. 453 
stark in die fernen Gebiete eingedrungen, in denen Londons Kaufmannschaft wettbe 
werblos zu herrschen sich gewöhnt hatte. Macht sich das auch quantitativ noch nicht 
so sehr bemerkbar, so ändert es doch die Stellung des Themse-Handels zu jenen Erd 
strichen von Grund aus und trägt vor allem den Keim unaufhaltsamen Fortschritts 
in sich: die Bresche ist geschlagen. — 
Für Bremenist es charakteristisch, daß es sich trotz wenig günstiger Lage durch 
eine festgefügte Organisation den Großhandel zweier Artikel erhalten hat, die es sonst 
wohl an das Hinterland hätte abgeben müssen: Baumwolle und Petroleum. 
Die Bremer Baumwollbörse ist die einzige Vereinigung dieser Art, die sich 
grundsätzlich und tatsächlich über den Ortsbereich ihres Sitzes hinaus erstreckt. Die 
Gefahr, daß die in Mittel- und Süddeutschland domizilierten Spinnereien dem allge 
meinen Zug der Entwicklung folgten und unter Umgehung des bremischen Eigen 
handels sich, gestützt auf die Arbitration der Liverpooler Börse, in unmittelbarer Ver 
bindung mit den amerikanischen Exporteuren setzten, hat hier erfinderisch gemacht: 
im Jahre 1886 ist die Mitgliedschaft der Bremer Börse aus die innerdeutschen Inter 
essenten ausgedehnt und diesen eine besondere Vertretung im Vorstand eingeräumt 
worden; einige Jahre darauf sind auch die österreichischen Spinner beigetreten. In 
folgedessen besteht jetzt der Vorstand der Baumwollbörse Bremens aus zwölf bremi 
schen Mitgliedern und sieben Vertretern der Baumwollspinner; und zwar entsendet 
der Verein Süddeutscher Baumwollspinner (Augsburg), das Elsässifche Industrielle 
Syndikat (Mülhausen), der Verein Sächsischer Spinnereibesitzer (Chemnitz), der Ver 
band Rheinisch - Westfälischer Baumwollspinner (M.-Gladbach), der Verband der 
Krimmitschauer und Werdauer Vigognespinner und endlich der Verband der Baum- 
wollindustriellen Österreichs (Wien) je einen Vertreter, während das siebente Spinner- 
mitglied von den Delegierten der erstgenannten fünf deutschen Verbände erwählt wird. 
— Durch diese Organisation ist es gelungen, das Interesse der Grohkonsumenten mit 
dem Bestand der Bremer Baumwollbörse zu verknüpfen und ihr durch die Zuweisung 
sämtlicher Arbitrationen die Grundlage einer selbständigen Börsentätigkeit sowie die 
Macht zu wirksamer Vertretung der deutschen Ansprüche gegenüber den überseeischen 
Lieferanten und gegenüber den Verfrachtern zu geben; wiederholt können die Jahres 
berichte von Erfolgen erzählen, die in der Festsetzung der Lieferungsbedingungen, 
insbesondere in den Oualitätsbestimmungen und in der Auslegung der Verschiffungs 
gebräuche erzielt worden sind. Mit der Börse ist aber zugleich für den bremischen 
Cigenhandel ein weites Feld selbständiger Betätigung erhalten geblieben, da dasselbe 
Interesse, das die Spinner zum Beitritt zu der eigenartigen Organisation veranlaßt, 
sie auch darauf führt, sich in ihren Rohstoffabschlüssen der Vermittlung der bremischen 
Kaufmannschaft zu bedienen, wie überhaupt das auf realer Grundlage beruhende Be 
stehen einer Börse immer wieder Verkehr herbeilockt. Während also Havre zu gutem 
Teil seinen Baumwollhandel an die Mittelpunkte des nordfranzösischen Industrie- 
bezirks hat abgeben müssen, während auch Bremen selbst im Wollegeschäft seine 
Position nicht behaupten kann, hat es doch im Baumwollhandel, der allgemeinen 
Cntwicklungsrichtung entgegen, feine Bedeutung noch gesteigert und ist jetzt der einzige 
Platz der Erde, der sich ebenbürtig neben Liverpool stellen kann. 
Ferner ist Bremen der Sitz der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Aktien 
gesellschaft und damit eines Unternehmens geworden, das in ganz Mitteldeutschland 
den Verkauf des amerikanischen Petroleums beherrscht, das auch in West- und Süd 
deutschland unmittelbar tätig ist und auf Ostdeutschland durch die mit ihm finanziell 
Susammenhängende Königsberger Handelskompagnie Einfluß gewonnen hat. Die 
bremische Gesellschaft ist unter den von der stanclarck Oil Company für den 
europäischen Absatz gegründeten Unternehmungen die größte geworden; weder die 
Anglo-American Oil Company Londons, noch die American Petroleum Company
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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