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Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Bibliographic data

fullscreen: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

Monograph

Identifikator:
1023136384
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-39354
Document type:
Monograph
Author:
Neumann, Paul
Title:
Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Druck von H. Laupp jr.
Year of publication:
1912
Scope:
1 Online-Ressource (III, 175 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Abschnitt. Die einzelnen Salinen und Salzbergwerke
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert
  • Title page
  • Contents
  • I. Abschnitt. Allgemeine Darstellung
  • II. Abschnitt. Die einzelnen Salinen und Salzbergwerke

Full text

— 83 — 
6 * 
Es ergibt sich hiernach eine Gesamt-Mächtigkeit der Anhydritgruppe von 
79,02 m. 
Die so im Jahre 1840 bei Bergfelden erbohrte Soole wird in einer eiser 
nen Rohrleitung von 14 300 Fuß Länge über eine Anhöhe nach dem Siede 
haus der Saline in Sulz geleitet *). Das Heben der Sole erfolgt durch ein 
vom Mühlbach getriebenes Rad. Die Beschaffung der neuen Sole war mit 
recht erheblichen Kosten verknüpft. Infolge Ankaufes notwendiger Grundstücke 
und Wasserkräfte, sowie für Schaffung sonstiger technischer Einrichtungen waren 
nach Abzug des Erlöses für entbehrlich gewordene Gebäude rund 44 000 Gul 
den aufzubringen gewesen. 
Um das Jahr 1855 zeigten die technischen Betriebsanlagen auf der Saline 
Sulz folgenden Umfang 1 2 3 ). Es war vorhanden 1 Bohrhaus bei Bergfelden mit 
2 Bohrlöchern, aus welchen die Sole durch Pumpen gehoben und mittels eines 
Druckwerkes in einer Leitung nach Sulz geführt wurde. Die weiteren Anlagen 
umfaßten 1 Reservoirgebäude mit 3 Solenkästen, 1 Siedehaus mit 2 Siede 
pfannen, 2 Hallerde-Pochwerke mit 16 Pochstempeln. Die Hallerde, kein Sali 
nenprodukt, wurde durch bergbaulichen Betrieb gewonnen. Als Düngungsmittel 
war die Hallerde in der Umgegend sehr beliebt; der Absatz dieses Produktes 
erfolgte in einem Umkreis von 3—4 Stunden. Die Produktionsverhältnisse 
zeigten um die genannte Zeit folgendes Bild. Die Jahresproduktion sollte be 
tragen an Kochsalz 1500 Ztr. und an Viehsalz 300 Ztr. Hallerde wurden 
etwa 43 600 Kübel zu 10 kr. gewonnen. Wie man sieht, beschränkte sich die 
Salzproduktion auf sehr geringe Mengen. Im Siedeverfahren ergab 1 Klafter 
Tannenholz zu 6 fl. 6 kr. nur 31 Ztr. Kochsalz. Im Hanptfinanzetat von 
1830/33 war noch eine jährliche Produktion von 4000 Ztr. Kochsalz und 350 
Ztr. Viehsalz vorgesehen; außerdem ein Finanzertrag von 5100 fl. für die Ge 
winnung von Nebenprodukten; also gegen 1855 ein nicht unerheblicher Rückgangs). 
Schon im Jahre 1858 tauchten in der württ. Kammer Befürchtungen auf, der 
Betrieb der Saline Sulz könnte aus Gründen der Rentabilität seitens der Re 
gierung eingestellt werden; Befürchtungen, die der württ. Finanzminister v. Knapp 
im September 1858 als unbegründet erklärte 4 ). Neben der eigentlichen Salzpro 
duktion befaßte man sich um diese Zeit in Sulz auch stark mit der Fabrikation 
sogenannter Hallerde, die in der Landwirtschaft ein vielbegehrtes Düngemittel 
war. Diese Hallerde war ihrer Zusammensetzung nach nichts anderes, als 
reichlich mit Sole getränkte Tonerde. Dem starken Salzgehalt schrieb man die 
befruchtende Kraft auf den Pflanzenbau zu. Ueber den wirklichen Charakter 
und Wert der Hallerde als Düngemittel war nian sich jedoch im großen und 
ganzen ziemlich unklar. Im September 1858 forderte der Abgeordnete für Sulz, 
Sarwey, die Regierung auf, von den Landwirtschafts-Hochschulen in Kirchberg 
oder Hohenheim eine chemische Untersuchung der Hallerde vornehmen zu lassen, 
um einmal die tatsächliche Bedeutung der Hallerde wissenschaftlich zu erfassen. 
Der Abgeordnete vermutete, und wohl nicht nnt Unrecht, daß die ganze Dünge 
kraft vermutlich in der der Erde beigegebenen Salzlösung bestehe. Wenn das 
1) Kql. stat.-topoqr. Bureau, Beschreibung des Oberamts Sulz 1863. Stuttgart. 
Seite 115. 
2) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1855. II. Beil.-Bd. S. 265. 
3) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1830. III. Beil.-Heft S. 17. 
4) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abg., Jahr 1868. IV. Band, S. 2194.
	        

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Der Salzhandel, Die Salinen Und Salzbergwerke Württembergs Im 19. Jahrhundert. Druck von H. Laupp jr., 1912.
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