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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Monograph

Identifikator:
1024612627
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-166627
Document type:
Monograph
Author:
Spykman, Nicholas J. http://d-nb.info/gnd/124229867
Title:
The social Theory of Georg Simmel
Place of publication:
Chicago
Publisher:
Univ. of Chicago Press.
Year of publication:
1925
Scope:
XXIX, 297 S
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

—12 
Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode. 
Um Vorstellungen und Gedanken zu fixieren, Mitteilungen in die Ferne zu machen 
und ihnen eine längere Dauer zu sichern, haben rohe Völker Kerbhölzer, Gürtel mit 
Schnüren, an denen verschiedenfarbige Muscheln befestigt sind, dann die Tätowierung 
angewandt. Die Inkas in Peru hatten eine Knoten-, die Azteken und Chinesen eine 
Bilderschrift. Durch die Verkürzung der Bilder und ihre Verbindung mit Strichen 
entstand die Wortschrift der Chinesen und Altägypter mit ihren Tausenden von Zeichen. 
Es war ein ungeheurer Fortschritt, daß die Zeichen immer mehr den Charakter des 
Bildlichen abstreiften, zu Symbolen für Silben und Buchstaben wurden; den Phönikern 
gebührt das ungeheure Verdienst, zuerst mit 22 Lautzeichen alle Worte geschrieben zu 
haben. Alle Kulturvölker, mit Ausnahme der asiatischen, führen den Stammbaum ihrer 
Schriftzeichen auf das phönikische Alphabet zurück. 
Dieselben Alphabetzeichen dienten dann ursprünglich auch zum Schreiben der 
Zahlen; erst später wandelten sich diese Zeichen zu besonderen abweichenden Zügen um. 
ünfere heutige Zahlenschreibweise ftammt aus Indien, ist durch die Araber im 18. Jahr— 
hundert nach Italien gekommen, hat von da im 16. Jahrhundert über Europa sich 
verbreitet. 
Erst wer lesen kann, ist ein Mensch, sagt ein armenisches Sprichwort. Das ver— 
nünftige Leben beruht auf dem Verständnis der Schrift, meint Diodor. Der Gedanke, 
der mit dem gesprochenen Worte zündet, aber auch im nächsten Augenblicke verweht, 
wird in der Schrift in ein totes Zeichen gebannt, das dem Auge für lange Zeiträume, 
für Jahrhunderte und Jahrtaufende sichtbar bleibt. Die Zahl der Zuhörer ist immer 
beschränkt, die der Leser unbeschränkt. Und so stellt das geschriebene Wort gleichsam 
eine höhere Potenz der socialen Berührungsmöglichkeit dar, das Wort hat einen neuen 
Leib angezogen, durch den es unabhängig von seinem Urheber eine lautlose Sprache in 
alle Fernen und in alle Zeiten erklingen läßt. Mit der Schrift wird die Sprache 
selbst erst fest und klar, der Gedanke schärfer; die Schriftsprache erzeugt erst im Laufe 
der Zeit einheitliche Kultursprachen, welche autoritativ durch die Großthaten der geistigen 
Heroen beherrscht, gereinigt, gehoben werden; die deutsche Sprache ist die Sprache 
Luthers, Goethes und Rankes. Mit der Schrift entsteht erst eine sichere Erinnerung 
und Überlieferung, eine Verbindung von Ahnen und Enkeln. Schriftlose Stämme und 
Völker können nicht leicht voranschreiten, weil die Thaten ihrer großen Männer nur 
schwer zu dauernden Institutionen führen. Die großen Fortschritte in Kultus und 
Gottesverehrung, Sitte, Recht und Verfassung knüpfen alle an heilige Bücher, an 
Gesetzestafeln, an schrifiliche Aufzeichnungen an. Erst aus Schrift- und Zahlzeichen 
heraus konnte Maß und Gewicht, Geld und Marktpreis sich entwickeln. Dasselbe Volk, 
dem wir unser Alphabet danken, vermittelte diese chaldäischen und ägyptischen Errungen— 
schaften dem Westen. 
Haben zuerst nur die Könige und die Priester auf Stein und Erz geschrieben, so 
hat man später Leder und Pergament, Papyrusrollen und Wachstafeln auch in weiteren 
streisen benutzt. Das Rechtsprechen und Verwalten, Befehlen und Berichten wurde 
damit ebenso sehr ein anderes als das Kaufen, Tauschen und Geschäfte-Abschließen. 
Die Benutzung der Schrift durch die einzelnen in Brief- und anderer Form hat dem 
gesamten individuellen Leben einen anderen, höheren Inhalt gegeben. Neben dem Schrift— 
tum der Priester, Richter, Gesetzgeber und Beamten entstanden die Aufzeichnungen der 
Denker und Dichter, der Gelehrten und Journalisten, der Kaufleute und Unternehmer. 
Aus dem mythischen Heldengesang und den Rhapsodien der fahrenden Sänger entstand 
die Litteratur mit all' ihren Gattungen und tiefgreifsenden Wirkungen. 
Herder hat Recht, wenn er sagt: „Die Sprache ist das unwesenhafteste, flüchtigste 
Gewebe, womit der Schöpfer unser Geschlecht verknüpfen wollte. Die Tradition der 
Schrift ist als die dauerhafteste, stillste, wirksamste Gottesanstalt anzusehen, dadurch 
Nationen auf Nationen, Jahrhunderte auf Jahrhunderte wirken, und sich das ganze 
Menscheugeschlecht mit der Zeit an einer Kette brüderlicher Tradition zusammenfindet.“ 
Das Schrifttum ist das große Behältnis alles geistigen Lebens der Menschheit, ein 
Schatz, der, so lange die Kultur steigt, nur zu- nicht abnehmen kann.
	        

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The Nature of Capital and Income. The Macmillan Company, 1923.
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