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Der historische Materialismus

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Bibliographic data

Contents: Der historische Materialismus

Monograph

Identifikator:
1027069762
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48066
Document type:
Monograph
Author:
Schumpeter, Joseph A. http://d-nb.info/gnd/118611682
Title:
Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (140 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der historische Materialismus
  • Title page
  • I. Die Aufgabe der Schrift
  • II. Was der historische Materialismus nicht ist
  • III. Inhalt der Lehre
  • IV. Unsere Beispiele
  • V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
  • IV. [i.E. VI.] Schluß

Full text

— 105 — 
In dem Maße, wie sich die mittelalterliche Gesellschaft ent⸗ 
wickelte, änderte sich wieder der Inhalt der Religion. Die 
mittelalterliche Gesellschaft war die Gesellschaft des Grund— 
besitzes, in der die Menschen stufenweise voneinander ab— 
hängig waren und in der die Abhängigen das überschüssige 
Produkt ihrer Handarbeit nicht berkauften, sondern ihrem 
Herrn abgaben. Die Leibeigenen und Hörigen lieferten 
ihren adligen und geistlichen Herren Naturprodukte. Die 
mittelalterliche Gesellschaft war also in der Hauptsache nicht 
mehr eine Warengesellschaft, sondern wieder eine, sei es 
denn auch ganz andere, nämlich durch Leibeigenschaft ge— 
formte Naturalwirtschaft. Und ihr Charakter war stufen— 
weise Abhängigkeit. 
— 
Nach dieser Form änderte sich jetzt auch der 
Gottesdiest. An der Spitze der weltlichen Ge— 
sellschaft stand der Kaiser, unter ihm die Fürsten, unter 
diesen die Lehnsherren, unter ihnen wieder der niedere 
Adel und unter den Adligen die große Masse der Leib— 
eigenen und Hörigen In der Kirche, die auch einen riesigen 
Grundbesitz hatte, gab es ähnliche Verhältnisse Die Kirche 
hatte sich von der alten dürftigen Gemmeinde, die kommu— 
ntistisch konsumierte, zu einem ungeheuren Ausbeutungs— 
institut entwickelt. An ihrer Spitze stand der Papsft, dann 
folgten die verschiedensten hohen geistlichen Herren, die 
stufenweise voneinander abhaͤngig waren, Kardinäle, Erz— 
bischöfe, Bischöfe, Aebte und Abtissinnen, dann die niederen 
Geistlichen, Mönche und Nonnen aller Art, schließlich kam 
die große Volksmasse, die Gemeinde Zusammen bildeten 
geistliche und weltliche Mächte also e ine große hier— 
aͤrchische Gesellschaft, die sich in erster Linie auf die Liefe— 
rung von Naturprodukten durch die Unterdrückten stützte 
Und nach dem Bilde deer eeee— 
mitdieser Produktionsweise hatte die christ— 
liche Religion sich auch umgebildet. Nicht mehr ein Gott 
allein wohnte im Himmel, sondern ein ganzes Volk gei⸗ 
stiger Maͤchte. Ueber allen thronte Gott, eins mit 
seinem Sohn und dem Heiligen Geist, alles umgebend und 
durchdringend Unter ihm stufenweise viele Arten von 
Engeln nit verschiedenen Funktionen, auch gefallene Engel 
oder Teufel, die für das Böse zu sorgen hatten. Weiter 
Heilige, die, weil die Gesellschaft sich zum größten Teil auf 
Lieferung von Naturprodukten, nicht von Kaufwaren, 
ützte, alss von der Natur, von der Witterung zum Bei— 
spiel, abhängig war, auch wieder zu einer Art neuer unter— 
Feorbneter Naturgötter wurden, die auch alle ihre eigene
	        

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Arbeiterschaft Und Kolonialpolitik. Laub, 1928.
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