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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

308 
Buch VIII. 
Die Anwendung des Heilmittels. 
IV. Die Gleichheit. 
Adam Smiths Regel lautet: „Die Untertanen jedes Staates sollten 
zur Erhaltung der Regierung möglichst im Verhältnis zu ihren respektiven 
Fähigkeiten beitragen, d. h. im Verhältnis zu dem Einkommen, welches 
sie unter dem Schutz des Staates genießen." Jede Steuer, sagt er an 
einer anderen Stelle, die nur auf die Rente, oder nur auf die Löhne 
oder nur auf die Zinsen fällt, ist notwendig ungleich. In Übereinstim 
mung damit ist der gewöhnliche Gedanke, den unsere Systeme der Alles- 
Befteuerung vergebens durchzuführen suchen, daß jeder im Verhältnis 
zu seinen Mitteln oder zu seinem Einkommen Steuern zahlen sollte. 
Abgesehen aber von all den unüberwindlichen praktischen Schwierig 
keiten, die sich der Besteuerung jedermanns nach seinen Mitteln ent 
gegenstellen, so ist es augenscheinlich, daß Gerechtigkeit auf diese Weise 
nicht zu erzielen ist. 
Pier sind z. B. zwei Männer von gleichen Mitteln oder gleichen 
Einkommen, wovon der eine eine große Familie, der andere niemanden 
als sich selbst zu erhalten hat. Aus diese beiden Männer fallen indirekte 
Stenern sehr ungleich, da der eine die Steuern auf die von seiner Familie 
verbrauchte Nahrung, Kleidung usw. nicht vermeiden kann, während 
der andere nur von seinem eigenen Verbrauche zu steuern braucht. 
Nehmen wir hingegen an, daß durch direkte Steuern jedermann gleich 
besteuert würde, so fehlt auch da die Ungerechtigkeit nicht. Das Einkommen 
des einen ist mit der Erhaltung von sechs, acht oder zehn Personen be 
lastet, das des anderen mit der Erhaltung einer einzigen. Wenn man 
aber die Malthussche Lehre nicht so weit treibt, daß man das Ausziehen 
eines neuen Bürgers als eine Schädigung des Staates betrachtet, so 
liegt hier eine grobe Ungerechtigkeit vor. 
Man könnte jedoch einwenden, dies sei ein nicht zu überwinden 
der Übelstand; die Natur selbst sei es, welche menschliche wesen hilflos 
in die Welt bringe und ihre Erhaltung auf die Eltern abwälze, aber als 
Ersatz dafür große und süße Belohnungen biete. Sehr wohl, wenden 
wir uns also an die Natur und lesen wir die Gebote der Gerechtigkeit 
in ihrem Gesetz. 
Die Natur gibt der Arbeit und nur ihr allein. Selbst in einem 
Paradiese würde der Mensch, ohne menschliche Anstrengung, verhungern, 
Pier sind nun zwei Männer gleichen Einkommens — das des einen 
rührt von der Anstrengung seiner Arbeit her, das des anderen von der 
Rente eines Grundbesitzes. Ist es gerecht, daß sie zu den Ausgaben 
des Staates beide gleich beitragen sollen? Sicherlich nicht. Das Ein 
kommen des einen stellt Güter dar, die er erschafft und dem allgemeinen 
Fonds des Staates hinzufügt; das Einkommen des anderen stellt nur 
Güter dar, die er dem allgemeinen Vorrat entnimmt, und wofür er nichts 
zurückgibt. Das Recht des einen auf den Genuß seines Einkommens 
beruht auf dem Zeugnis der Natur, die der Arbeit Güter gewährt;
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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