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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

Aap. IV. Auf welche Weise die moderne Zivilisation zurückgehen kann. 
389 
erzeugt, die alles zerreißen und zerschmettern, sobald ein anscheinender 
Zufall ihnen Luft macht. Starke, vor nichts zurückschreckende Männer, 
die sich erheben, sobald die Gelegenheit da ist, werden die ausführenden 
Organe blinder Triebe des Volkes oder seiner wilden Leidenschaften 
werden und formen beiseite schleudern, die ihre Lebenskraft verloren 
haben. Das Schwert wird wieder mächtiger als die Feder fein, und im 
Rarnevalstaumel der Zerstörung werden rohe Gewalt und wilder Wahn 
sinn mit der Lethargie einer untergehenden Zivilisation abwechseln. 
woher sollen aber die neuen Barbaren kommen? Man gehe nur 
durch die schmutzigen Viertel großer Städte und man wird, selbst jetzt 
schon, ihre sich sammelnden ksorden sehen! wie soll aber das wissen 
untergehen? Die Menschen werden aufhören zu lesen, und die Bücher 
werden Brände anzünden und in Patronen verwandelt werden. 
Ls ist schrecklich daran zu denken, wie schwache Spuren von unserer 
Zivilisation übrig bleiben würden, wenn sie den Todeskampf durchmachen 
müßte, der den Untergang jeder früheren Zivilisation begleitet hat. 
Papier dauert nicht wie Pergament, und unsere massivsten Gebäude 
und Monumente sind an Festigkeit mit den aus Felsen gehauenen 
Tempeln und titanischen Bauwerken der alten Zivilisation nicht zu 
vergleichen*). Und der Lrfindungsgeist hat uns nicht nur die Dampf 
maschine und die Druckerpresse, sondern auch Petroleum, Nitro-Gl'fzerin 
und Dynamit gegeben. 
Allein heutzutage anzudeuten, daß unsere Zivilisation möglicher 
weise sinken könne, scheint ein ausschweifender Pessimismus zu sein. 
Die besonderen von mir hervorgehobenen Tendenzen leuchten Denken 
den ein, aber bei der Mehrheit der Denkenden sowohl als auch bei der 
großen Masse ist der Glaube an den Fortschritt noch stark und tief — 
ein fundamentaler Glaube, der nicht den Schatten eines Zweifels 
zuläßt. 
Aber jeder, der sich in die Sache hineindenkt, wird einsehen, daß 
dies überall notwendig der Fall sein muß, wo der Fortschritt allmählich 
in Rückgang übergeht. Denn in der sozialen Entwicklung wie in allem 
übrigen, strebt die Bewegung in geraden Linien zu verharren, und es 
ist daher, wo vorher Fortschritt stattgefunden hat, überaus schwer, 
einen Rückgang zu erkennen, selbst wenn derselbe tatsächlich schon be 
gonnen hat; es besteht eine fast unwiderstehliche Neigung, zu glauben, 
daß die Vorwärtsbewegung, die Fortschritt war und noch anhält, immer 
noch Fortschritt sei. Das Gewebe von Glauben, Gebräuchen, Gesetzen, 
Einrichtungen und Denkgewohnheiten, welches jedes Gemeinwesen 
fortwährend spinnt, und welches in dem von ihm umgebenen Individuum 
*) Ls ist, wie mir scheint, auch lehrreich, zu beobachten, wie unzulänglich und überaus 
irreführend die Vorstellung von unserer Zivilisation sein würde, die man aus den Airchen 
und Denkmälern unserer Zeit gewinnen könnte, und doch sind Gebäude dieser Art die 
einzige Quelle, aus der wir unsere Kenntnis der versunkenen Zivilisationen schöpfen 
können.
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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