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Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

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Bibliographic data

fullscreen: Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

Monograph

Identifikator:
1028803877
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-42731
Document type:
Monograph
Author:
Prokopovič, Sergej Nikolaevič http://d-nb.info/gnd/116304774
Title:
Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
J. C. B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (88 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Zollpolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands
  • Title page
  • Erstes Kapitel. Das Volkseinkommen
  • Zweites Kapitel. Die Steuerlast und das Kapitalwachstum
  • Drittes Kapitel. Die Zollpolitik
  • Contents

Full text

69 
male lassen den deutlich ausgeprägten fiskalischen Charakter 
unserer Zollpolitik erkennen. Die Regierung sieht vor allem in 
den Zöllen eine Einnahmequelle und hat daher, um ein Maximum 
der Einnahmen zu erzielen, die Zölle so hoch angesetzt, daß sie 
36,5 °/o des Wertes der importierten Waren ausmachen, und der von 
den Zöllen resultierende Ertrag erreicht 16—17 °/o der gesamten 
Staatseinnahmen. Ein anderes Verfahren wäre für die russische 
Regierung auch undenkbar: sobald die Steuerbelastung 20 °/o des 
Volkseinkommens wegnimmt, mußten die Zölle ihr Maximum er 
reichen. Die Zölle sind eine allzu bequeme Einnahmequelle und 
es ist daher nur begreiflich, wenn die russische Regierung, die die 
letzte Kopeke von den Steuerzahlern auspressen möchte, diese 
Quelle soweit als möglich ausnützt. Bis zur Mitte der siebziger 
Jahre führte das Bestreben nach möglichst großen Zolleinnahmen 
zu möglichst niedrigen Zollsätzen 1 ), vom Jahre 1876 dagegen 
zu hohen Zollsätzen. Mit Recht folgert daher Prof. Soboleff, daß 
die russische Zollpolitik hauptsächlich fiskalische Interessen vep 
folgt 2 ). 
Die Wendung zu hohen Zollsätzen (in der Mitte der siebziger 
Jahre) verfolgte nicht nur die Interessen des Fiskus; sie steht viel 
mehr im Zusammenhänge mit dem Wunsch, eine günstige Handels 
bilanz für Rußland zu schaffen und zwar auf einer möglichst 
breiteren Basis. Bis zur Mitte der siebziger Jahre deckte der 
Zufluß ausländischen Kapitals das Defizit der russischen Zahlungs 
bilanz so gut wie vollständig. Unter dem Einfluß der Industrie 
krise des Jahres 1873 sowie der politischen Komplikationen auf 
dem Balkan (seit 1876) hatte sich dieser Zufluß ziemlich ver 
mindert. Die Regierung war gezwungen, der Handelsbilanz ihre 
ernsteste Aufmerksamkeit zu widmen. Die getroffenen Maßregeln 
wurden, wie die folgende Tabelle 
Prozent der 
zeigt, mit Erfolg gekrönt 
Wert des Handels- 
Jahre 
Zollabgaben 
Mill. Rubel 
Imports 
Mill. Rubel 
bilanz 
Mill. Rubel 
1866—1870 
14,93 
317,8 
- 0,4 
00 
T 
00 
c_n 
13,05 
565,8 
-95,2 
1876—1880 
16,32 
517,8 
9,5 
1881—1885 
19,60 
494,3 
55,6 
1886—1890 
28,66 
392,4 
238,6 
J ) Cf. E. Soboleff, »Die Zollpolitik Rußlands in der zweiten Hälfte des 
19. Jahrhunderts«, S. 78—79, 173—174, 220. 
2 ) Ibid. Vorwort, S. VI.
	        

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Über Die Bedingungen Der Industriellen Entwicklung Russlands. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1913.
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