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Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

Monograph

Identifikator:
1028908431
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-52440
Document type:
Monograph
Author:
Mannstaedt, Heinrich http://d-nb.info/gnd/11673485X
Title:
Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (158 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Konkurrenzregulierung durch die Kartelle und die Trusts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe
  • Title page
  • Contents
  • I. Die Perioden der gewerblichen Freiheit und Bindung
  • II. Die letzten Gründe zur Ausschaltung der freien Konkurrenz
  • III. Die Mittel zur Milderung der Folgen des Wettkampfes; insbesondere die Kombinationsbestrebungen
  • IV. Die Konkurrenzregulierung durch die Kartelle und die Trusts

Full text

77 
an die Wand drücken, da der Kampf schließlich auch ihre Rentabilität 
untergrabe, sie sollten bedenken, daß jeder Gewerbezweig auch gemein 
same Interessen habe, und diese in den Vordergrund stellen. Sie sollten 
über die Gegenwartsinteressen nicht die Zukunftsinteressen vergessen. 
Aber was sind denn in jedem Augenblick die wirklichen Zukunftsinter 
essen , was entspricht dem volkswirtschaftlichen Wohle des Ganzen ? 
Zwei Beispiele mögen zeigen, wie schwer es ist, die Frage zu beantworten. 
August Thyssen, der bekannte Stahlindustrielle, wurde vielfach der 
Störenfried in der Kartellbewegung genannt. Thyssen hat sein Riesen 
unternehmen aus einem kleinen Walzwerk allmählich entwickelt. Er hat 
frühzeitig die Idee der horizontalen und vertikalen Kombination außer 
ordentlich weit durchgeführt. Er war einer der ersten, der ein großes auf 
riesige Produktionen eingestelltes modernes Stahlwerk ergänzte durch die 
Angliederung zahlreicher Walzstraßen für die Herstellnug aller Walzerzeug 
nisse. Durch die Ausdehnung seiner Erzeugung suchte er, unterstützt 
durch die vorzügliche technische Einrichtung, die Kosten möglichst herab 
zudrücken, und durch die Vermannigfaltigung seiner Erzeugnisse wollte 
er sich außerdem eine ausreichende Beschäftigung in den schlechten Wirt 
schaftsjahren sichern. Solange Thyssen an der Ausführung seines Planes 
arbeitete, konnte er sich nicht an allen Kartellen, die für seine Erzeugnisse 
bestanden, beteiligen, er mußte sich ein gewisses Maß von Freiheit Vorbe 
halten. Er störte also die Kreise der Kartelle. Widersprach darum sein 
Vorgehen, so sehr es auch vom Selbstinteresse geleitet war, den Interessen 
des volkswirtschaftlichen Ganzen ? In den Kreisen seiner Fachkollegen 
konnte man in jener Zeit öfters die Äußerung hören: Thyssen sei wohl ver 
rückt geworden, wenn er glaube, daß sich dieser außerordentliche Produk 
tionszuwachs auf dem Markt unterbringen ließe; er habe wohl jeden volks 
wirtschaftlichen Maßstab verloren. Trotzdem so über Thyssen gesprochen 
wurde, war er derjenige, der weit besser, wie alle anderen, die zukünftige 
Entwicklung voraus geahnt hatte, der wirklich das, was dem volkswirt 
schaftlichen Ganzen auf die Dauer zuträglich war, richtig erkannt hatte. 
Seine Methode ist in kurzer Zeit von allen anderen Stahlindustriellen nach 
geahmt worden. Seit jener Zeit haben sich die großen Stahlwerke ganz 
anders entfaltet als vorher. Es hat sich gezeigt, daß sich die erheblich ver 
mehrte Erzeugung gut unterbringen ließ, daß Thyssen die Annahme 
fähigkeit des Marktes richtig taxiert hatte. Infolge der von Thyssen ein 
geleiteten Entwicklung haben wir zwar einen Nachteil eingetauscht, der 
darin besteht, daß unsere Eisenindustrie mit. einem viel größeren Prozent 
satz ihrer Erzeugung auf den ausländischen Markt angewiesen ist. Diesem 
Nachteil steht auf der anderen Seite ein außerordentlicher Vorteil gegen 
über. Wir haben dank dieser Entwicklung eine Eisenindustrie von einer
	        

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Ursachen Und Ziele Des Zusammenschlusses Im Gewerbe. Verlag von Gustav Fischer, 1916.
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