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Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe

Monograph

Identifikator:
1028908431
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-52440
Document type:
Monograph
Author:
Mannstaedt, Heinrich http://d-nb.info/gnd/11673485X
Title:
Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (158 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Konkurrenzregulierung durch die Kartelle und die Trusts
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Ursachen und Ziele des Zusammenschlusses im Gewerbe
  • Title page
  • Contents
  • I. Die Perioden der gewerblichen Freiheit und Bindung
  • II. Die letzten Gründe zur Ausschaltung der freien Konkurrenz
  • III. Die Mittel zur Milderung der Folgen des Wettkampfes; insbesondere die Kombinationsbestrebungen
  • IV. Die Konkurrenzregulierung durch die Kartelle und die Trusts

Full text

Leistungsfähigkeit, die den Wettkampf auf dem Weltmarkt nicht zu 
scheuen hat. Die Wege, die der Störenfried ging, entsprachen also durchaus 
dem Zukunftsinteresse des deutschen Wirtschaftslebens. Als seine Werke 
ausgebaut waren, vertrat Thyssen den Standpunkt: ich beteilige mich an 
keinem Kartell, es sei denn, daß ein allgemeines die gesamte Erzeugung 
der Stahlwerke umfassendes Kartell gegründet werde, ein Plan, der sich 
bisher noch nicht verwirklichen ließ, weshalb Thyssen auch seine Ab 
sicht aufgab. 
Das andere Beispiel knüpft an die Ausführungen über die Entstehungen 
der reinen Walzwerke an. Ursprünglich verlegten sich die Stahlwerke auf 
die Herstellung der schweren Walzeisensorten und verkauften ihre übrigen 
Stahlerzeugungen in der Form von Halbzeug an die Walzwerke. Diese 
gaben das alte Puddelverfahren auf und. beschränkten sich mehr auf das 
Auswalzen der von den Stahlwerken bezogenen Blöcke, Knüppel, Brammen 
und Platinen. Von dem Moment an, wo die Stahlwerke dazu übergingen 
allgemeiner ihr Halbzeug selbst auszuwalzen, hatten sie auch, ein Interesse 
daran, den Preis für Halbzeug nicht so tief sinken zu lassen, daß die reinen 
Walzwerke jener Vorteile teilhaftig wurden, die die Stahlwerke sich durch 
die Kombination angeeignet hatten. Andererseits waren sie bestrebt, durch 
die niedrigen Preise für die mannigfachen Walzprodukte einen möglichst 
großen Teil des Bedarfs an sich zu reißen, um ihre Leistungsfähigkeit voll 
auszunutzen. Aus diesem Grunde warfen sie sich auch fast ausschließlich 
auf die Massenartikel im Walzprogramm der reinen Walzwerke. Daß unter 
diesen Umständen die Stahlwerke nicht an Konkurrenzregulierung dachten, 
den Kartellen der feineren Walzeisensorten nur geringeres Interesse schenk 
ten, ist begreiflich. Damals erscholl laute Klage über das Gebaren der 
großen Stahlwerke. Viele Druckerschwärze ist aufgewandt worden, um 
das Recht auf Existenz der reinen Walzwerke zu beweisen. Die wirt 
schaftliche Überlegenheit der Stahlwerke wollte man nicht anerkennen 
und behauptete, diese Überlegenheit beruhe allein darauf, daß sie sich 
kraft ihres Verbandes für Roheisen und für ihre Produktion in schweren 
Produkten und Halbzeug den Vorteil der Roheisenzölle zunutze machten 
zum Nachteil aller Industriezweige, die von ihnen abhängig seien. Man 
verlangte ein Eingreifen der Gesetzgebung; die Zollmauer solle erniedrigt 
oder völlig abgetragen werden. Minister hielten mit den Leitern der Stahl 
werke und reinen Walzwerke Konferenzen ab. Untersuchungen wurden 
angestellt, um einen Weg zu finden, den reinen Walzwerken zu helfen. 
Wie verkehrt die Angriffe auf die Stahlwerke waren, wie falsch die Zukunft 
beurteilt wurde, sehen wir heute. Heute spricht niemand mehr von den 
reinen Walzwerken, sie haben sich überlebt, sie passen nicht mehr in den 
Rahmen der Produktion, sie konnten auf die Dauer nicht bestehen bleiben.
	        

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Ursachen Und Ziele Des Zusammenschlusses Im Gewerbe. Verlag von Gustav Fischer, 1916.
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