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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

78 
Erstes Buch. Die Begründer. 
jeden solchen Anerbietens; und auf diese Weise erhalten wir voneinander 
den weitaus größten Teil der guten Dienste, deren wir benötigen. Nicht 
von dem Wollen des Fleischers, Brauers oder Bäckers erwarten wir unsere 
Mahlzeit, sondern von ihrer Bedachtnahme auf ihr eigenes Interesse. 
Wir wenden uns nicht an ihre Humanität, sondern an ihren Egoismus, 
und sprechen ihnen nie von unseren Bedürfnissen, sondern von ihren 
Vorteilen“ 1 ). 
So entwickelt sich der Güteraustausch, und mit dem Austausch die 
Arbeitsteilung. Denn „die Gewißheit, alle überschüssigen Erzeugnisse seiner 
Arbeit, die über seinen eigenen Verbrauch hinausgehen, für solche Er 
zeugnisse Anderer, wie er sie gerade braucht, austauschen zu können, 
spornt einen jeden an, sich einer besonderen Beschäftigung zu widmen, 
und seine eigentümliche Befähigung für diese oder jene Art von Tätigkeit 
auszubilden und zur Vollkommenheit zu bringen“ 2 ). Die Arbeitsteilung 
ist das Ergebnis eines allen Menschen gemeinsamen Triebes, des Tausch 
triebes, und dieser hat sich unter den gleichzeitigen und zusammen wirken 
den Einfluß des persönlichen Interesses Aller und eines jeden spontan 
entwickelt. 
Nach der Arbeitsteilung kommt das Geld. Vielleicht hat keine Ein 
richtung den Güteraustausch so sehr erleichtert und infolgedessen den 
Reichtum vermehrt, wie das Geld. Alle nationalökonomischen Abhand 
lungen nach Smith haben, fast in den gleichen Ausdrücken wie er, seine 
Vorteile gegenüber dem primitiven Tausch ausgeführt. Wie ist nun dieses 
Geld entstanden? Aus einem Akt der öffentlichen Gewalt oder aus dem 
bewußten Willen des Volkes ? Keineswegs. Ein kollektiver Instinkt hat 
es erschaffen. Die Menschen haben schnell genug die Nachteile des pri 
mitiven Tausches gemerkt; um sie zu vermeiden: „wird jeder kluge Mensch 
zu allen Zeiten der Gesellschaft nach der ersten Einführung der Arbeits 
teilung natürlich bemüht gewesen sein, seine Einrichtungen so zu treffen, 
daß er außer dem besonderen Produkte seines eigenen Fleißes jederzeit 
noch eine gewisse Menge von dieser oder jener Ware in Bereitschaft hatte, 
von der er voraussehen konnte, daß wahrscheinlich wenig Menschen ihren 
Eintausch gegen das Produkt ihres eigenen Fleißes zurückweisen würden“ 3 )- 
Und so ist auch das Geld seinerseits aus der gleichzeitigen, wenn auch 
nicht bewußt vereinbarten Handlungsweise einer großen Anzahl von 
Personen entstanden, die ihren persönlichen Antrieben gehorchten. Die 
öffentliche Gewalt hat sich erst viel später eingemischt — als das Metall' 
x) Völkerreichtum I, S. 8-9, B. I, Kap. II. Diese ganze Steüe findet ^ 
beinahe wörtlich in den Vorlesungen A. Smith’s und stammt aus Mandevilee « F aD 
von den Bienen. 
*) Ebenda, S. 9. 
’) Völkerreichtum I, S. 13, B. I, Kap. IV.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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