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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

172 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Worte „ohne Vermehrung oder Verminderung“ sind bemerkenswert, sind 
wohl zu beachten; sie bedeuten nämlich, daß, wenn es in der Arbeiter 
familie mehr Kinder gibt, als nötig sind, um die Zahl auf der Höhe der 
elterlichen Generation zu halten, der Lohn unter den normalen Satz sinken 
wird, bis das Gleichgewicht durch höhere Sterblichkeit wieder hergestellt ist. 
Damit wird aber nicht gesagt, daß der Nominallohn, in Geld aus 
gedrückt, nicht steigen könne. Er muß im Gegenteil mit Notwendigkeit 
höher werden, da der Preis der Lebensmittel beständig aufwärts strebt. 
Wenn der Geldlohn derselbe bliebe, würde der Arbeiter bald nicht genug 
zum Essen haben. Der Lohn wird daher im gleichen Verhältnis wie der 
Getreidepreis steigen, so daß der Arbeiter sich stets die gleiche Menge, 
nicht mehr und nicht weniger, beschaffen kann. Der Reallohn, in natura 
ausgedrückt, wird dagegen stationär bleiben, aber gerade in ihm kommt 
offenbar der Wohlstand der Arbeiterklasse zum Ausdruck. 
Dabei ist es noch die Frage, ob er stationär bleibt? Ricakdo scheint 
das nicht zu glauben: „Im natürlichen Vorwärtsschreiten der Gesell 
schaften zeigt der Lohn die Tendenz zu fallen, insofern er durch An 
gebot und Nachfrage geregelt wird, weil die Anzahl der Arbeiter beständig 
um etwas schneller als die Nachfrage wächst“ (S. 73) 1 ). 
Es ist möglich, daß die Steigerung des Nominallohnes diesen Rück 
gang verschleiert: „In diesem Fall scheinen die Löhne zu steigen; sein 
(des Arbeiters) Schicksal wird trotzdem weniger glücklich sein; zwar wird 
er einen höheren Geldbetrag als Lohn erhalten, aber dieser Geldbetrag 
wird weniger in Getreide wert sein“ (S. 77). Nur in dem Falle, daß die 
Arbeiterklasse genügend Voraussicht an wendet, um die Zahl ihrer Kinder 
einzuschränken, kann sie hoffen, wenigstens den Status quo aufrecht 
zu erhalten: „Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß Wohlstand 
und Wohlsein der Armen nur dann sicher gestellt werden können, wenn 
sie selbst danach streben, oder wenn es der Gesetzgebung gelingt, die 
Häufigkeit frühzeitiger Ehen zwischen jungen und leichtsinnigen Personen 
zu verhindern“ (S. 81). 
Mit anderen Worten, die Bedürfnisse der Industrie erfordern eine 
bestimmte Anzahl Arbeiter. Solange diese Ziffer nicht überschritten 
wird, muß der Lohn, auch der niedrigste, wohl oder übel ausreichend sein, 
um seinem Empfänger den Lebensunterhalt zu ermöglichen, da er un 
entbehrlich ist. — Sobald aber die Arbeiterbevölkerung die Bedürfnisse 
der Industrie überschreitet, gibt es kein Mittel, um ein Sinken des Lohnes 
unter das Existenzminimum aufzuhalten, da es dann nicht mehr nötig 
ist, daß Alle am Leben bleiben. 
Es muß darauf hingewiesen werden, daß sich Malthus hier, ebenso 
*) „Die Lage des Arbeiters wird sich im Allgemeinen verschlechtern, während 
die des Grundbesitzers sich verbessern wird“ (S. 78).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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