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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel III. Die Pessimisten. 
179 
12* 
Bodenrente vortrug, als Ricardo, und besonders, daß er ein weit weniger 
entschiedener Gegner des Intervcntionismus war 1 ). 
Ricardo’s größte Leistung jedoch besteht darin, die Gesetze, die 
die Bewegung der Waren und die gegenläufigen Strömungen des Geldes 
von einem Lande in das andere beherrschen, aufgedeckt zu haben und in 
dem glänzenden Nachweis, wie dieses Hin- und Zurückfluten sich vollzieht. 
Sobald in einem Lande, z. B. in Frankreich, die Handelsbilanz un 
günstig ist, d. h. wenn die Einfuhr die Ausfuhr um, sagen wir, eine Milliarde 
übersteigt, muß Geld ausgeführt werden, um diesen Überschuß an Ein 
fuhr zu bezahlen. Infolgedessen wird das Geld seltener, sein Wert steigt, 
und die Preise sinken. Diese Preiserniedrigung jedoch schreckt die fremden 
Kaufleute, die in Frankreich verkaufen, ab, und zieht, im Gegenteil dazu, 
die fremden Kaufleute, die dort einkaufen, an, wodurch die Einfuhr ver 
ringert, und die Ausfuhr vergrößert wird. Die Geldausfuhr hört daher 
auf, und dafür beginnt der Rückfluß des Geldes; diese entgegengesetzte 
Strömung setzt sich fort, bis die ausgeführte Milliarde wieder im Lande 
ist. Auf der anderen Seite ruft die ins Ausland geflossene Milliarde in dem 
Lande, das sie erhalten hat, die umgekehrten Erscheinungen hervor: 
Überfluß und Wertverminderung des Geldes, Preiserhöhung, Prämien 
auf die Einfuhr und Verlangsamung der Ausfuhr. Von beiden Seiten 
arbeiten daher die wirtschaftlichen Kräfte daran, die Handelsbilanz in 
die Gleichgewichtslage zurückzuführen, nämlich in die Lage, in der jedes 
Land die für seine Bedürfnisse nötige Menge Geldes besitzt, weder mehr 
noch weniger. 
Han könnte einwerfen, daß dieser ein wenig verwickelte Mechanismus 
leider nur langsam seine Wirkung ausüben kann, und daß viel Zeit ver 
gehen wird, bevor die Warenpreise den Einfluß der Flucht des Geldes 
fühlen werden. Allerdings, aber es ist nicht notwendig zu warten, bis diese 
Erscheinung eintritt; eine andere geht ihr voraus und kündigt sie an, und 
zwar, wie schon A. Smith erwähnt hatte: der Kurs der auf das Ausland 
gezogenen Wechsel steigt. Dieser Kurs ist eine Wage von besonders feiner 
Empfindlichkeit, und die Erhöhung des Wechselkurses genügt allein schon, 
auch wenn sie nur einige Centimes beträgt, um die Ausfuhr zu fördern 
Uj id die Einfuhr zu verlangsamen (s. hierüber auch oben S. 92f.). 
So verläßt das Geld das Land nicht oder verläßt es nur auf kurze 
Eeit, was darauf hinausläuft, daß, im Gegensatz zu der so fest eingewur 
zelten Meinung, weder Gold noch Silber irgendeine Rolle im internationalen 
Handel spielen. Ihre Aufgabe beschränkt sich, wie die des Öles, darauf, 
üie Räder zu schmieren. Der ganze Handel geht vor sich, als ob kostbare 
Hotalle überhaupt nicht existierten, und als ob der Handel zwisch 
en 
■) Siehe auch den .ch.n .t„k 
hervorgehoben hat: „Ec i.t natürlich uninüglich. d p «f'^”?™%XZSionl 
ihren natürlichen Lauf lassen kann“ (Malthus, Prmciples, Introduct.on).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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