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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

194 
Zweites Buch. Die Gegner. 
er die „Armen“ nennt, nämlich denen, die zur Beschaffung ihres Lebens 
unterhaltes nur ihre Hände haben, und die vom Morgen bis zum Abend 
in den Fabriken oder auf den Feldern sich abmühen. Denn sind sie es 
nicht, die die Mehrheit der Bevölkerung bilden, und das, was ihn vor 
Allem interessiert, sind die Wirkungen, die die Erfindung der Maschinen, 
die Freiheit der Konkurrenz und die Herrschaft des Eigentums auf das 
Schicksal dieser Armen ausüben. „Die Nationalökonomie“, so sagt er 
an einer Stelle, „wird letzten Grundes zu einer großen Theorie der 
Wohlfahrt, und alles was nicht in seinem Endzweck zum Glück der 
Menschen beiträgt, gehört keineswegs zu dieser Wissenschaft“ 1 ). 
Was Sismondi in Wirklichkeit beschäftigt, ist weniger die National 
ökonomie, als das, was man seitdem in Frankreich „Economie sociale“ 
und in Deutschland „Sozialpolitik“ genannt hat. Seine originelle Leistung 
besteht darin, ihr Studium begründet zu haben. J.-B. Say behandelt diese 
Definitionen, die in so starkem Gegensatz zu seinen eigenen stehen, hoch 
mütig, wie folgt: „Herr von Sismondi nennt die Nationalökonomie die 
Wissenschaft, deren Aufgabe es ist, über das Glück des 
Menschengeschlechts zu wachen. Zweifellos hat er sagen wollen: 
die Wissenschaft, die DIE besitzen müssen, deren Aufgabe es ist, über 
das Glück des Menschengeschlechts zu wachen; natürlich müssen die 
Regierenden, wenn sie ihren Aufgaben gerecht werden wollen, die National 
ökonomie kennen, aber das Glück des Menschengeschlechts würde auf 
sehr schwachen Füßen stehen, wenn es, anstatt auf der Intelligenz und 
der Arbeit der Regierten zu beruhen, von einer Regierung abhinge.“ 
(Cours complet, II, 551.) Und er fügt hinzu: „Es liegt an den durch 
das System der Bevormundung verbreiteten falschen Begriffen, daß die 
meisten deutschen Schriftsteller die Nationalökonomie als die Wissenschaft 
der Verwaltung ansehen.“ 
§ 2. Kritik der Überproduktion und der Konkurrenz. 
Die „chrematistische Schule“ hat sich über die zu verfolgende Methode 
und sogar über den Gegenstand der Nationalökonomie geirrt. Daher ist 
es weiter nicht erstaunlich, das; sie auch zu falschen praktischen Schluß 
folgerungen gekommen ist. Die chrematistische Schule hat zur unbe 
grenzten Produktion angeregt - sie hat die Wohltaten der Konkurrenz 
ohne Einschränkung gelobt — und als Schlußfolgerung hat sie die Har 
monie der Interessen und die Nichteinmischung der Regierung aufgestellt- 
Das sind die drei wesentlichen Punkte, in denen Sismondi sie angreift. 
*) Nouv. Princ., II, S. 250; an anderer Stelle sagt er: „Wenn die Verwaltung 
sich vornehmen sollte, eine der Klassen dos Volkes vor der anderen zu begünstigen» 
so sollten es gerade die Tagelöhner sein, die sie bevorzugen sollte“ (Nouv. Princ., 1» 
S. 372).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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