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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel I. Sismondi und die Ursprünge der kritischen Schule. 193 
die in jedem Augenblick in der Welt erzeugt werden, die sich in jedem 
Augenblick untereinander austauschen, und die so, die einen für die 
anderen, eine gegenseitige Nachfrage darstellen. Daher kann es kommen, 
daß es in einem bestimmten Augenblick von den einen oder den anderen 
Produkten zu viel oder zu wenig gibt, und daß infolgedessen in einer oder 
mehreren Industrien Krisen herrschen. Es ist aber unmöglich, daß es 
gleichzeitig zu viel von allen Erzeugnissen gibt. Das haben Mac Culloch, 
Ricardo und J.-B. Say erfolgreich gegen Sismondi aufrecht erhalten 1 ). 
Nicht nur in der Methode, sondern mehr noch mit Hinsicht auf den 
Gegenstand der Nationalökonomie, steht Sismondi den Klassikern als 
Gegner gegenüber. In ihren Augen, sagt er, ist die Volkswirtschaft die 
Wissenschaft des Reichtums; sie ist, wie Aristoteles sagte, eine „chre- 
matistische“ Wissenschaft. Der wirkliche Gegenstand der Wissenschaft 
ist aber der Mensch oder genauer, das „physische Wohlsein des Menschen.“ 
Nichts führt sicherer in die Irre, als wenn man den Reichtum für sich selbst 
betrachtet „und den Menschen darüber vergißt 2 ). Daher muß neben der 
Gütererzeugung, die fast ausschließlich von den Klassikern in Betracht 
gezogen wird, ein wenigstens ebensogroßer Platz der Verteilungstheorie 
eiI1 geräumt werden. Allerdings hätten die Klassiker ihm erwidern können, 
daß sie der Produktion den ersten Platz einräumen, weil in ihren Augen 
die Vermehrung der Produkte die Grundbedingung jedes Fortschrittes in 
ihrer Verteilung darstelle. Sismondi aber versteht hierunter etwas ganz- 
Anderes. Nach ihm verdienen Reichtum oder Wohlstand diesen Namen 
überhaupt nur, wenn sie in einem befriedigenden Verhältnis verteilt sind. 
Wenn man von dieser Verteilung absieht, so kann man sie sich weder 
yorstellen, noch irgendein Urteil darüber abgeben. Weiterhin räumt er 
m der Verteilung der Güter denen einen ganz besonderen Platz ein, die 
. ') Mac Culloch kritisierte Sismondi in einem Aufsatz in der Edinburgh Review 
m Oktober 1819. Was J.-B. Say anlangt, siehe oben S. 125f. 
j, .Mit Hinsicht auf Ricardo erzählt Sismondi (Nouv. Princ., II, S. 410), daß er mit 
h ln ® en h im Jahr, in dem er starb, verschiedene Aussprachen über diese Frage 
* a .• Sismondi scheint zum Schluß, wenn auch mit vielen Einschränkungen, Ricardo’s 
asicht beigepflichtet zu haben. Er sagt nämlich (ebenda, S. 424): „Wir kommen 
unt 'l' 6 P 104 ® 130 ! dazu, daß die Produktion am Ende der Zirkulation, wenn sie nirgends 
erbrochen wird, einen Verbrauch schafft.“ „Das ist aber nur richtig,“ fügt er an, 
enn Zeit und Raum außer acht gelassen werden . . ., wenn alle Hindernisse, die 
esen Umlauf unterbrechen können, nicht beachtet werden.“ Sismondi hat seinen 
esichtspunkt gegen seine drei Gegner in zwei Aufsätzen verteidigt, die am Schluß 
r ■ Ausg. der Nouv. Princ. abgedruckt sind. 
j 1 .»Im abstracto ist die Güteransammlung im Staat durchaus nicht der Zweck 
gj Regierung, sondern dieser Zweck ist vielmehr die Ermöglichung der Teilnahme aller 
eg rg , er an den Annehmlichkeiten des physischen Lebens, die der Reichtum vorstellt. . ., 
Ze/h im Absoluten durchaus nicht wahr, daß der Reichtum und die Bevölkerung als 
„ c *? es Wohlstandes eines Staates gelten können, sondern nur auf Grund ihres 
genseitigen Verhältnisses“ (Nouv. Princ., I, S. 9). 
& Ide und Rist, Oesch. d. Volkswirtschaft!. Lehrmeinungen. 2. Aufl. 13
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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