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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

196 
Zweites Buch. Die Gegner. 
gezwungen, nachzugeben; allerdings wird die Anpassung eintreten, aber 
nach wieviel Ruin, nach wieviel Unglück! 
„Die Produzenten werden sich nicht eher von der Arbeit zurückziehen, 
und nicht eher wird ihre Zahl geringer werden, als bis eine Anzahl der 
Geschäftsinhaber Bankerott gemacht hat, und bis ein Teil der Arbeiter 
Hungers gestorben ist“ 1 ). „Hüten wir uns, sagt er zum Schluß, vor dieser 
gefährlichen Theorie des Gleichgewichts, das sich selbst herstellt. . . . 
Allerdings stellt sich auf die Dauer ein gewisses Gleichgewicht ein, aber 
nur nach furchtbaren Leiden“ 2 ). Diese Bemerkung, die schon zur Zeit 
Sismondi’s richtig war, bildet heute die Grundlage der Geschäftspolitik 
der Trusts und Kartelle. 
Wie vermehrt sich seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts hauptsächlich 
die Produktion? Durch die Vermehrung der Maschinen. Daher richtet 
Sismondi seine hauptsächlichsten Angriffe gegen die Maschinen. Und 
gerade deshalb hat er sich als Reaktionär behandeln lassen müssen, ist 
sogar als unwissend hingestellt worden und hat ein halbes Jahrhundert 
hindurch seinen Platz unter den Volkswirtschaftlern verloren. 
Auch das ist einer der Punkte, über die die klassischen National 
ökonomen sich in vollständiger Übereinstimmung befanden 3 ). Für sie 
sind die Maschinen wohltätige Einrichtungen, weil sie die Lebensmittel 
billiger liefern, weil sie einen Teil des Einkommens der Verbraucher frei 
setzen, weil sie infolgedessen die Nachfrage nach anderen Produkten ver 
mehren, und so der Arbeit, die sie zuerst überflüssig gemacht haben, 
Beschäftigung verschaffen. Sismondi leugnet nicht, daß sich theoretisch 
das Gleichgewicht zum Schluß wieder hersteilen wird; jede neue Pro 
duktion muß aufdieDaueran irgendeiner Stelle einen neuen Verbrauch 
schaffen. Betrachten wir aber die Wirklichkeit. Hören wir auf, „Zeit und 
Raum außer acht zu lassen“; setzen wir die Hindernisse und die Reibungen 
des sozialen Mechanismus in Rechnung. Was sehen wir da? Die unmittel 
bare Wirkung der Maschine besteht darin, Arbeiter auf die Straße zu 
werfen, ihre gegenseitige Konkurrenz zu verschärfen, die Löhne aller 
Anderen auf dem Markte zu erniedrigen und so weiterhin ihren Verbrauch 
und infolgedessen ihre Nachfrage zu vermindern. Weit davon entfernt, 
stets wohltätig zu sein, tritt die nützliche Wirkung der Maschinen nur 
1) N. P., I, S. 333—334. 
2 ) N. P., I. S. 220—221. 
3 ) Die Übereinstimmung ist aber nicht vollständig. Ricardo hat allerdings der 
3. Ausg. seiner Principles ein Kapitel über die Maschinen angefügt, in dem er be 
kennt, sich getäuscht zu haben, als er annahm, daß die Maschinen stets, nach einiger 
Zeit, den Arbeiterinteressen nützlich werden. Br erkennt an, daß die Arbeiter immer 
unter den Maschinen leiden werden, wenn dieselben, sei es auch unter Erhöhung des 
Nettoertrages, den Bruttoertrag der Industrie verringern. Er scheint zu glauben, 
daß dieser Fall häufig genug eintreten kann. In Wirklichkeit wird er nur selten Vor 
kommen.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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