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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

198 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Übergangs, die von einer Ordnung zur anderen führen, und die so viele 
unverdiente Leiden mit sich bringen. Er möchte, daß man ihre Härten 
lindere, daß man den Übergang von einer Epoche in die andere erleichtere. 
Gibt es einen gerechteren Wunsch? Sogar J.-B. Say hat das anerkannt 1 ) 
(allerdings in einem recht geringen Maße), und gerade hierin besteht auch 
die Aufgabe der Sozialpolitik. 
Eine andere Bemerkung Sismondi’s ist nicht weniger richtig. Es 
erregt nicht nur seine Entrüstung, daß die Arbeiter von den Maschinen 
verjagt werden, sondern auch, daß die in ihrer Stellung verbliebenen 
Arbeiter nur einen so geringen Anteil an den Vorteilen, die sie mit sich 
bringen, erlangen 2 ). Den Klassikern genügte es, daß die Arbeiter als 
Verbraucher an der Verbilligung der Produkte Anteil hätten. Sismondi 
aber verlangt mehr. Solange die Arbeit so erdrückend wie heute ist, 
würde es doch nur gerecht sein, daß die Arbeiter von der Einführung 
der Maschinen durch Verkürzung der Arbeitszeit, durch Verlängerung 
/ ihrer „freien Zeit“ profitierten! Unter der heutigen sozialen Ordnung 
und dank der Konkurrenz, die sich die Arbeitenden untereinander machen, 
und deren Ursachen für ihn in einer Überbevölkerung bestehen, vermehrt 
die Maschine die freie Zeit des Arbeiters nicht nur nicht, sondern, indem 
sie die Konkurrenz verstärkt, drückt sie seinen Lohn herab und zwingt 
ihn, immer intensiver und immer länger zu arbeiten. Auch hierin scheint 
uns Sismondi das Kichtige gesehen zu haben. Es ist nicht einzusehen, 
warum der Verbraucher allein von dem ganzen Vorteil der Maschinen 
profitieren sollte, während der Arbeiter leer ausgeht, wenn es sich um 
Gegenstände handelt, die nicht in den Verbrauch des Arbeiters eingehen. 
Es würde nichts Widersinniges an sich haben, wenn die Vorteile des Fort 
schrittes zum wenigsten während einer gewissen Zeit geteilt würden, 
und zwar zwischen dem Verbraucher und dem Arbeiter, so wie sie jetzt 
zwischen dem Erfinder, dem Unternehmer und der Gesellschaft geteilt 
werden. Diese Idee liegt übrigens heute der Taktik gewisser Arbeiter- 
’) Siehe weiter oben, S. 122. 
'-) „Wir haben schon an anderer Stelle gesagt, halten es aber für wesentlich, 
nochmals darauf hinzuweisen: daß das wirkliche Unglück nicht in der Verbesserung 
der Maschinen begründet ist, sondern in der ungerechten Verteilung ihrer Produkte. 
Um so mehr Erzeugnisse wir mit einer gegebenen Arbeitsmenge herstellen können, 
um so mehr sollten wir, sei es unsere Annehmlichkeiten, sei es unsere Erholung ver 
mehren können; der Arbeiter, der sein eigener Herr ist, würde, wenn er mit Hilfe 
einer Maschine in zwei Stunden das fertiggestellt hat, wozu er sonst zwölf Stunden 
braucht, nach diesen zwei Stunden mit der Arbeit aufhören, wenn er nicht irgend 
einen Grund oder einen Zweck hätte, ein größeres Erzeugnis zu verwenden. Es liegt 
an unserer jetzigen Organisation, an der Versklavung des Arbeiters, daß er gezwungen 
ist, wenn eine Maschine seine Arbeitskraft erhöht, nicht weniger, sondern mehr Stunden 
am Tag zu arbeiten und zwar für denselben Lohn“ (Nouv. Princ., II, S. 318, Anm.)- 
Diese Stelle zeigt am klarsten den wahren Gedanken Sismondi’s über die Maschinen.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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