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Die Wasserversorgung in Bayern nach dem Stande vom 1. 1. 1928

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Bibliographic data

fullscreen: Die Wasserversorgung in Bayern nach dem Stande vom 1. 1. 1928

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

666 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
bringe? Wenn man mir klar und deutlich nachgewiesen hat, daß die 
Krankheit meines Nächsten mich töten wird, was für ein Gefühl wird 
die Feststellung dieser Solidarität in mir wohl hervorrufen? Liebe? 
Durchaus nicht, sondern den Wunsch, ihn von mir soweit wie möglich 
zu entfernen, mich seiner zu entledigen, wenn auch nicht gerade durch 
seine Vernichtung, wie man dies mit den Pestratten tut, so doch wenigstens, 
indem man ihn in irgendein Sanatorium sperrt. Höchstwahrscheinlich 
werde ich nicht abgeneigt sein, mein Geld für dieses Sanatorium zu geben: 
aber die einzige Triebfeder dieser Handlung wird die Furcht, oder wenn 
dies Wort zu unangenehm wirkt, das persönliche Interesse sein. In den 
Vereinigten Staaten haben sich Vereine „gegen das Küssen“ gebildet, 
doch hat der Puritanismus hiermit nichts zu tun, sondern nur die Bazillen 
furcht. Bald wird es zweifellos aus demselben Grunde Vereine gegen 
„das Händeschütteln“ geben, eine merkwürdige Folge der Solidarität, 
die doch überall durch zwei sich gefaßt haltende Hände bildlich dar 
gestellt wird! 1 ) 
So enthält die Solidarität in sich selbst kein Prinzip der Liebe und 
strebt außerdem darauf hin, das Gefühl der Verantwortlichkeit zu unter 
drücken oder abzuschwächen, indem sie der Gesellschaft, dem Milieu, 
die bestimmenden Ursachen unserer Fehler, unserer Laster und unserer 
Verbrechen aufbürdet. Und doch liegt gerade in der persönlichen Ver 
antwortlichkeit die Grundlage des Moralgesetzes. 
Diese Kritiken stammen von den individualistischen Volks Wirt 
schaftlern! Man darf aber nicht glauben, daß der Solidarismus von seiten 
der Sozialisten, Anarchisten und Syndikalisten eine bessere Aufnahme 
gefunden habe. Wenn er den Klassenkampf leugnet und davon faselt, 
Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Arme und Reiche in einer kindischen 
Verbrüderung im Gefühlsdusel zu versöhnen, so erscheint ihnen das als 
nichts Anderes als ein Versuch, dem Sozialismus die Sehnen seiner Kraft 
zu durchschneiden * 2 ). 
Alle diese Kritiken erscheinen uns jedoch nicht überzeugend. 'Sie 
mögen vielleicht genügen, um den Gedanken einer sozialen Schuld in 
seiner juristischen Zwangsform auszuscheiden, aber sie können nicht 
aus der Welt schaffen, daß der Solidarismus der sozialen Ökonomie und 
sogar der Moral höchst wertvolle Beiträge geleistet hat. 
*) In dem Buche Von Paul Bureau: La Grise morale des temps nouveaux 
findet man eine lange und lebhafte Kritik des Solidarismus vom moralischen Gesichts 
punkte aus. , 
2 ) Wie man sie z. B. in Le Mouvement Socialiste würdigt, zeigt folgende 
Stelle: „Die Entwicklung des Solidarismus ist eins der beunruhigendsten Zeichen der 
Zeit. Sie ist das Kennzeichen und die Ursache einer tiefen, sehr großen Abschwächung 
der Energie“ (Julinummer, 1907. — Paul Olivier, Bericht über den Solidarism e 
von Bougle).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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