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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Saint-Simon, die Saint-Simonisten n. d. Ursprung des Kollektivismus. 249 
Die Klassiker setzen das Interesse der Verbraucher, das das Inter 
esse Aller ist, zu dem der Produzenten, das das Interesse Einzelner ist, 
in Gegensatz. 
Die Saint-Simonisten und nach ihnen alle Sozialisten ersetzen diesen. 
Gegensatz durch den zwischen Arbeitenden und Müßiggängern 
oder, wie man später in einer engeren Formel sagt, durch den zwischen 
Arbeitern und Kapitalisten. Das allgemeine Interesse ist das der Ar 
beitenden, und das Privatinteresse ist das der Müßiggänger, die auf Kosten 
der Arbeitenden leben. „Wir haben schon mehrere Male“, sagt Enfantin, 
„auf den Fehler in der Klassifikation, der heute von unseren National 
ökonomen begangen wird, hingewiesen: Die Worte Produzent und Ver 
braucher bezeichnen in fehlerhafter Weise die Beziehungen, die zwischen 
den Gliedern einer Gesellschaft bestehen, da der wirklich unterscheidende 
Zug, der sie trennt, die Arbeit oder der Müßiggang ist“ r ). Dieser Unter 
schied in den Gesichtspunkten bedingt natürlich eine vollständig ver 
schiedene Auffassung der sozialen Organisation. Für die National 
ökonomen muß die Gesellschaft im Hinblick auf den Verbraucher organi 
siert sein, und das allgemeine Interesse ist befriedigt, wenn der Verbraucher 
zufrieden gestellt ist; für die Sozialisten muß die Gesellschaft im Hin 
blick auf die Arbeitenden organisiert sein, und das allgemeine Interesse 
ist befriedigt, wenn diese ihren gerechten Anteil an dem auf seinen Höchst 
betrag gebrachten sozialen Produkt erhalten 2 ). 
c) Als letzter, wenn auch nicht weniger bedeutender Unterschied, 
ist zu erwähnen: die Klassiker bemühen sich, die scheinbare Unord 
nung der individuellen Handlungen auf wissenschaftliche Gesetze 
zurückzuführen; wenn ihnen dies gelungen ist, sind sie von der tiefen 
Harmonie, die sie auf diese Weise entdeckt haben, höchst entzückt und 
sehen daher davon ab, irgendeine Verbesserung anzubringen. Es genügt 
ihnen, aufgezeigt zu haben, wie die spontanen sozialen Kräfte, z. B. die 
Konkurrenz, dem Egoismus Grenzen setzen und ihn schließlich vor den 
Triumphwagen des allgemeinen Interesses spannen; sie fragen sich nicht, 
ri Producteur, III, 385. 
2 ) Im Vorwort zur „ficonomie politique et Politique“, S. 6, sagt Enfantin 
noc h: Alle Fragen der Volkswirtschaft müssen auf ein gemeinsames Prinzip 
^•rückgeführt werden, und um die Nützlichkeit einer volkswirtschaft- 
llc hen Maßnahme oder Idee zu beurteilen, ist es unumgänglich notwendig, zu unter 
suchen, ob diese Maßnahme oder diese Idee unmittelbar zum Gewinn der Arbeitenden 
ment, oder ob sie durch Diskreditierung des Müßigganges mittelbar zur Besserung 
ltlrer Lage beiträgt“. — Wir freuen uns in dieser Hinsicht gleicher Meinung mit der 
Von IfALkvY in seinem Aufsatz über Saint-Simon (Revue du Mois, Dezember 190i) 
a usgedrückten Ansicht zu sein, in dem er diesen Gedanken als den spezifisch sozialisti 
schen Zug der Lehre Saint-Simon’s hinstellt. Wir haben jedoch gefunden, daß es noch 
einen anderen, zum wenigsten ebenso bedeutenden gibt; den Gedanken, an Stelle 
ein er Regierung der Menschen eine Verwaltung der Dinge zu setzen. 
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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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