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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel III. Die Assozialisten. 
281 
Die Reform war in der Tat sehr einfach. 
Für alle Hauptzweige der Produktion sollte schon jetzt eine soziale 
Werkstatt gegründet werden. Die Regierung hätte das notwendige Kapital 
zu liefern, das durch eine Anleihe aufzubringen wäre. „Alle Arbeiter, 
die die nötigen moralischen Garantien bieten“, würden, soweit es die ver 
fügbaren Mittel gestatten, zuzulassen sein. Der Lohn wäre für Alle gleich. 
Dieses letztere Prinzip scheint uns heute nur deshalb undurchführbar, 
„weil die der jetzigen Generation gegebene Erziehung falsch und anti 
sozial ist“, in der Zukunft aber wird es ganz selbstverständlich erscheinen, 
»da eine durchaus neue Erziehung die Ideen und die Sitten ändern soll . 
Man erkennt hier den allen Assozialisten gemeinsamen Gedanken eines 
neuen Milieus wieder, das die gewöhnlichen Beweggründe des Menschen 
geschlechts umbilden soll. Was die Hierarchie der Werkstätte anlangt, 
so wird sie auf der Wahl beruhen, ausgenommen für das erste Jahr, in dem 
die Regierung beauftragt ist, sie zu organisieren, weil die Teilhaber sich 
noch nicht genügend kennen, um die Würdigsten zu bezeichnen. 
Der Nettogewinn der sozialen Werkstatt wird jedes Jahr in drei 
Teile geteilt: der eine wird unter die Mitglieder der Genossenschaft zu 
gleichen Teilen als Lohnzuschlag verteilt; der zweite ist zum Unterhalt 
der Alten, Kranken und Gebrechlichen bestimmt, und „zur Erleichterung 
der Krisen, die auf anderen Industrien lasten“; der dritte endlich soll 
denen, die an der Genossenschaft teilnehmen wollen, Arbeitsinstrumente 
üefern, in der Weise, daß die Genossenschaft sich ohne jede Begrenzung 
vergrößern kann“. Es ist dies das beständige und unveränderliche Kapital, 
das wir schon bei Buches gesehen haben. 
Soll nun das Kapital, das zur Bildung dieser Genossenschaften ver 
wendet worden ist, keine Zinsen tragen ? Aber sicherlich, und diese Zinsen 
werden sogar durch Einstellung in den Staatshaushalt garantiert. Mir 
dürfen aber hieraus noch nicht schließen, daß Louis Blanc, wie Fourier, 
diese Entschädigung als gerechtfertigt ansah. Er wird zu sehr vom Saint- 
Simonismus beherrscht, um das jemals zuzugeben. In der Zukunft werden 
die Zinsen verschwinden, — ohne daß jedoch Louis Blanc sich darüber 
ausläßt, wie das geschehen soll. Für den Augenblick müssen sie aber 
oeibehalten werden, um den Übergang zu erleichtern. Man darf nicht 
,,mit wilder Ungeduld Existenzen erschüttern, sogar wenn sie auf die 
ißbräuche gegründet sind, die man abzuschaffen sucht (S. 172). Übrigens 
Werden die gezahlten Zinsen, wie die Löhne, als ein Teil der Produktions 
kosten betrachtet. Was den Nettogewinn anbelangt, so haben die 
apitalisten daran teil, aber nur soweit sie arbeiten. 
Zusammenfassend sieht man also, daß der einzige Unterschied zwischen 
J er sozialen und der heutigen Werkstatt, abgesehen von ihrer mehr demo 
kratischen Organisation, der ist, daß der Gewinn des Unternehmers (im
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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