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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel IV. Friedrich List und die nationale Volkswirtschaftslehre. 311 
führung in der Nationalökonomie; und wenn er auch keinen Anspruch 
auf den Namen eines Gründers erheben kann, so gestattet doch die glän 
zende Art und Weise, in der er hierin vorgegangen ist, ihn neben und 
sogar über die zu stellen, die zur gleichen Zeit und nicht ohne ziemliche 
Übertreibung versuchten, aus der Geschichte das Hauptinstrument wirt 
schaftswissenschaftlicher Untersuchungen zu machen, indem sie „eine 
historische Schule“ schufen. 
Außerdem hat List in die Ökonomik neue und fruchtbare Gesichts 
punkte eingeführt. Das Prinzip des freien Austausches, so wie Smith 
und noch mehr Say und Ricardo es formuliert hatten, war ohne Frage 
zu absolut und beruhte auf einer zu abstrakten Beweisführung, um für 
den Staatsmann von irgendwelchem Nutzen zu sein. Wenn, wie List 
sehr richtig ausführt, die Praxis der Handelsnationen so lange gegen eine 
Lehre verstoßen hat, die alle Volkswirtschaftler für bewunderungswürdig 
erklärten, so muß hierfür irgendein Grund vorhanden sein. Wie soll denn 
euch ein Staatsmann handeln, wenn er sich nicht auf den Standpunkt 
der nationalen Interessen stellt, deren Leitung ihm anvertraut ist? Ihm 
genügt es nicht zu wissen, daß die Verbindung der Märkte irgendwo ein 
Anwachsen des Reichtums hervorruft 1 ); er muß sicher sein, daß sein 
eigenes Volk von diesem Wachstum profitiert. Er muß gleichzeitig sicher 
sein, daß die Freiheit des Tauschhandels nicht zu plötzliche Verschiebungen 
in der Bevölkerung oder der Industrie hervorruft, deren soziale und 
Politische Rückwirkungen verhängnisvoll sein können. Mit anderen 
Worten, für den Staatsmann muß die Politik des Wirtschaftslebens der 
a %emeinen Politik untergeordnet werden. Heute gibt es keinen Volks 
wirtschaftler, der die Unmöglichkeit, die Wissenschaft von der Wirklich 
keit zu trennen, nicht einsähe 2 ), nnd keinen, der sich nicht des Einflusses 
der politischen Macht auf den volkswirtschaftlichen Wohlstand bewußt 
wäre; und weiter gibt es keinen, der nicht die Notwendigkeit zahlreicher 
Einschränkungen der absoluten Handelsfreiheit anerkennte, wie sie die 
besondere Lage eines jeden Landes in der Praxis erfordert. 
Auch das ist aber noch nicht Alles. Indem List aufhörte, den Menschen 
, /t? „„„mia Politica, Mailand 1906) 
1 ) Siehe in dom letzten Werk V. Pabeto s ( ® notwendigerweise beiden Teilen 
den Nachweis, daß der internationale Austausch nicht not wen g 
günstig ist (Kap. IV, § 45). schwe r zu f m den. In den letzten 
2 ) Doch ist die Richtschnur manchmal recni die über die Abwanderung 
Jahren ist weniger die Frage über die Ausiu ir \ o Ministerium des Auswärtigen 
von Kapitalien in den Vordergrund getreten. in n ere n Markt durch einen fremden 
sein Veto gegen die Emission einer Anleihe au Innerhalb welcher Grenzen würden 
Staat oder eine ausländische Gesellschaft ein eg m Ratsc hlag zu fügen? Beides 
die Banken und Kapitalisten gehalten sein, Frankreich, in England und in 
fragen, die seit einigen Jahren sich mehr un ^ ^ j n f as t a il e n Fällen die Volks- 
Deutschland aufgedrängt haben. Ansche.nen \ gebeugt, als umgekehrt. 
Wirtschaft häufiger den Notwendigkeiten der Politik gene g ,
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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