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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

310 
Zweites Buch, Die Gegner. 
jedoch nicht leugnen, daß er durch gewisse Ausdrücke dazu beigetragen 
hat, der falschen Idee Vorschub zu leisten, als ob ein Land, das einen 
bedeutenden Teil seines Verbrauches dem Auslande entnimmt, nun vom 
Auslande abhängig sei 1 ). In Wirklichkeit hängt es nicht mehr vom Aus 
lande ab, als das Ausland von ihm abhängig ist. Zwischen Käufer und 
Verkäufer ist die Abhängigkeit durchaus gegenseitig. Nur in einem Fall 
kann der Ausdruck gerechtfertigt werden: wenn ein fremdes Land 
alleiniger Lieferant gewisser Waren geworden ist; in dieser Hinsicht hält 
es dann den Käufer in seiner Macht. List hatte eben das Manufaktur 
monopol Englands im Auge, aber dieses Monopol besteht heute nicht mehr. 
List spricht auch davon, „daß es zehnmal wichtiger ist, den inneren 
Markt ... zu sichern“ (S. 270 u. 276). Diese Garantie ist aber in seinen 
Gedanken notwendigerweise auf die Zeit beschränkt, während der eine 
Nation sich bemüht, eine Industrie zu schaffen, denn später wird im Gegen 
teil die fremde Konkurrenz erwünscht sein, „um die Fabrikanten und 
Kaufleute vor Rückschritten und Nachlässigkeit zu bewahren“ 2 ). 
In keinem Augenblick hat List daran gedacht, aus der wirtschaft 
lichen Selbständigkeit oder der Gewährleistung des Binnenmarktes den 
Angelpunkt einer schutzzöllnerischen Politik zu machen. Die Schaffung 
einer einheimischen Industrie ist für ihn die einzig mögliche Rechtfertigung 
der Schutzzölle, und gerade diesen Punkt können die modernen Schutz 
zöllner nicht betonen, ohne einen Anachronismus zu begehen. 
So hat der Protektionismus List’s weder in der praktischen Politik 
noch in der wissenschaftlichen Theorie bleibende Spuren hinterlassen. In 
anderer Richtung, in seinen allgemeinen Gesichtspunkten, muß die Quelle 
seines Einflusses und die Gründe seiner Bedeutung für die Geschichte 
der wirtschaftlichen Ideen gesucht werden. 
§ 3. Die wirkliche Originalität List’s. 
Schon in seiner Methode ist er ein Bahnbrecher. Als erster ver 
wendet er die Geschichte und die geschichtliche Vergleichung als Beweis- 
1) „Nat. Syst. Ausg. Cotta, 1841, S. 263: „Der bloße Agrikulturstaat ist ein 
unendlich minder volkommener Zustand als der Agrikultur-Manufakturstaat. Erstercr 
ist immer ökonomisch und politisch mehr odor weniger von denjenigen Nationen ah' 
hängig, die ihm Agrikulturprodukte gegen Manufakturwaren abnehmen. Er kann 
nicht für sich selbst bestimmen, wie viel er produzieren will, er muß warten, wie vie 
Andere von ihm kaufen wollen.“ . 
2 ) „Eine zur Manufaktursuprematie gelangte Nation vermag nur durch frei^ 
Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen, und durch die Konkurrenz fremder Man>^ 
fakturwaren ihre eigenen Manufakturisten und Kaufleute gegen Rückschritte und ln 
dolenz zu bewahren“ (Nat. Syst. S. 274, Ausg. Cotta, 1841). England gibt er a 
Grund dieserTheorie den Rat, seine Zollschranken fallen zu lassen, während Frankreic •> 
Deutschland und die Vereinigten Staaten die ihren beibehalten dürfen.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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