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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

328 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Assemblöe Nationale sich die Debatte über die Verfassung erhob. Einige 
Tage vor dem Aufstand enthielt das Projekt der Verfassung, das am 
19. Juni von Armand Marrast der Kammer vorgelegt worden war, 
noch das Recht auf Arbeit; der Artikel 2 des Entwurfes lautete: „Die 
Verfassung garantiert allen Bürgern Freiheit, Gleichheit, Sicherheit, 
Unterricht, Arbeit, Eigentum, Unterstützung.“ In dem neuen Ent 
würfe aber, der am 29. August, nach den Junitagen, vorgelegt wurde, 
war dieser Artikel gestrichen. Nur das Recht auf Unterstützung war bei 
behalten worden. Bei der Diskussion des Artikels wurde von Mathieü 
de la Dröme ein Zusatzantrag eingebracht, der das Recht auf Arbeit 
wiederherstellen sollte Es entstand eine aufsehenerregende Debatte, 
in der Thiers, Lamartine und Tocqueville den Zusatzantrag be 
kämpften, und die radikalen Republikaner, Ledru-Rollin, Cremieux 
und Mathieu de la Dröme ihn verteidigten 1 ). Die Sozialisten blieben 
stumm: Louis Blanc war in der Verbannung, Considerant war krank, 
und Proudhon fürchtete, seine Gegner zu sehr zu reizen und seine Freunde 
zu kompromittieren. Übrigens war die Meinung der Versammlung schon 
im Voraus fertig: der Zusatzantrag wurde zurückgewiesen, und der 
Artikel 8 der Einleitung der Verfassung von 1848 besagt nur: „Die 
Republik soll durch brüderliche Unterstützung die Existenz der 
bedürftigen Bürger sicherstellen, indem sie ihnen Arbeit verschafft, 
soweit ihre Hilfsmittel dies gestatten, und denen Unterhalt gewährt, 
die erwerbsunfähig sind und keine versorgungspflichtigen Angehörigen 
besitzen.“ 
Unter der Julimonarchie war die Organisation der Arbeit eine 
nicht weniger volkstümliche Formel, als die des Rechtes auf Arbeit. Als 
die Revolution ausbrach, bestanden die Arbeiter mit dem gleichen 
drohenden Ausdruck auf ihrer Verwirklichung. Der Urheber der Formel 
war, ein einzigartiger Zufall, Mitglied der provisorischen Regierung- 
Ais daher am 28. Februar (1848), drei Tage nach der Anerkennung des 
Rechtes auf Arbeit, die Arbeiter in Menge kamen und „die Schaffung 
eines Fortschrittsministeriums, die Organisation der Arbeit und die Ab 
schaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ verlangten, 
nahm Louis Blanc sofort die Gelegenheit wahr. Er beschwor seine 
Kollegen, trotz ihres Widerstandes den Wünschen der Arbeiter entgegen 
zu kommen. Hatte er nicht selbst für die Regierung die Initiative sozialer 
Reformen verlangt ? Wie konnte er, durch die Revolution zu einem Mit' 
glied der Regierung gemacht, sich dieser Verantwortung entziehen- 
Mit großer Mühe überredeten ihn seine Kollegen, sich mit einer einfachen 
„Regierungskommission für die Arbeiter“ zu begnügen, die unter seinem 
J ) Alle diese Reden sind kurz nachher in einem Band veröffentlicht worden, 
der Le Droit au travail betitelt ist.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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