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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

376 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
§ 6. Das Bevölkerungsgesetz. 
In dieser optimistischen Widerlegung, die der Verfasser den großen 
Gesetzen der Klassik zuteil werden läßt, haben wir das Malthos’scIic 
Bevölkerungsgesetz nicht erscheinen lassen. Und doch scheint es den 
schlimmsten Mißton in dieser Symphonie darzustellen, da es uns den 
mächtigsten aller natürlichen Instinkte als die dauernde Ursache von Elend, 
Laster und Tod nachweist. Aber das scheint Bastiat sonderbarerweise 
nicht bemerkt zu haben: im Gegenteil wirft er sich zu Malthus’ Ver 
teidiger auf 1 ), und zwar ganz einfach dadurch, daß er die Lehre des Meisters 
in die optimistische Tonart transponiert; er macht sich anheischig dar 
zutun, daß das Wachstum der Bevölkerung nicht eine Gefahr, sondern 
im Gegenteil eine Bedingung des wirtschaftlichen Fortschritts ist, ein 
Stachel für die Voraussicht, eine Rechtfertigung der Strenge der für die 
Frauen geltenden Sitten 2 ). Dennoch gesteht er doch schließlich zu, daß 
das Bevölkerungsproblem „einer der übrigens häufigen Gegenstände ist, 
die es uns ins Gedächtnis rufen, daß der Mensch kaum eine andere Wahl 
hat, als zwischen Übeln“: ein Urteil, das wir an und für sich als durchaus 
zutreffend erachten, das aber offenbar in einem, die „Harmonien“ über- 
schriebenen Buch, wie eine Bombe wirkt. 
Das Argument, daß die wachsende Dichtigkeit der Bevölkerung auch 
die Vermehrung der Produktion gestattet, so daß die Erzeugung der 
Unterhaltsmittel mit dem Wachstum der Bevölkerung gleichen Schritt 
halten, ja sogar ihr vorauseilen kann, war immerhin stark, aber Carey 
hatte es bereits viel fester begründet. Wie für die Rente hat Carey auch 
hier zur Begründung seiner Theorie nur um sich schauen brauchen. Er 
sah auf dem großen amerikanischen Kontinent und im besonderen in den 
ungeheueren Prärien des Mississippi, wo früher eine dünn gesäte und arme 
Bevölkerung herumirrte, nach und nach Industriezentren entstehen, und 
aus diesen immer zahlreicheren und engeren wirtschaftlichen Verbindungen 
den Reichtum sich entwickeln, ähnlich der aufsteigenden Flamme brennen 
der, immer näher zusammen gelegter Holzscheite 3 ). 
dort aber, wo kein Unterschied der Gegenstände besteht, kann kein Austausch statt 
finden“ (ebenda, Bd. I, S. 54, 55). 
„Je vollkommener in der Natur die Koordination des Ganzen ist, um so besser 
entwickelt sich ein jeder der Teile“ (ebenda, Bd. III, S. 462). 
!) „Diejenigen, die dieses Gesetz nicht haben zugeben wollen, haben ihn mit 
gehässiger Erbitterung und offenkundiger Böswilligkeit angegriffen“ (Harmonies, 
Kap. XVI). 
2 ) Was bedeutet die heilige Unwissenheit der Kindheit? . . . Was die Scham, die 
ihr folgt? . . . Was die Macht der öffentlichen Meinung, die so strenge Gesetze aui- 
erlegt und deren geringste Überschreitung mit Schande straft? Nichts Anderes als 
die Wirkung des Gesetzes der Limitation (Ibid.). 
3 ) Andere Soziologen haben später ähnlich finalistische Lösungen vorgeschlagen, 
so z. B. die Unverträglichkeit zwischen der Zeugungskraft einerseits und die Gehirn-
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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