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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel I. Die Optimisten. 
377 
Wir haben schon auf die Tatsache aufmerksam gemacht, daß in den 
Vereinigten Staaten das Wachstum des Reichtums viel schneller als das 
der Bevölkerung vor sich gegangen ist (s. o. S. 142). Und das Beispiel 
der gleichzeitigen Entwicklung Deutschlands in den letzten 30 Jahren, 
sowohl was Bevölkerung als was Reichtum anlangt, ist noch viel auffälliger. 
Aber auch hierin unterliegt die Theorie Carey’s über die Bevölkerung 
der gleichen Kritik, wie die über die Rente, nämlich, daß sie, wenn sie 
auch bis zu einer gewissen Dichtigkeitsgrenze unbestreitbar richtig 
ist, doch nicht zu dem Glauben berechtigt, daß sie es auch darüber hinaus 
and bis ins Endlose sein wird. Man kann nur sagen, daß dieses Maximum 
noch in keinem zivilisierten Lande überschritten worden ist, und daß 
insoweit die MALTnus’schen Befürchtungen nicht gerechtfertigt worden 
sind. Aber nichts erlaubt die Annahme, daß jene Befürchtung zur Wirk 
lichkeit geworden wäre, wenn nicht die willkürliche Einschränkung der 
Geburtlichkeit, das Wachstum der Bevölkerung und der Unterhaltsmittel 
auf gleicher Höhe gehalten hätten. 
Mit dem Namen Bastiat’s wird sehr oft der Dunoyer’s in Verbindung 
gebracht, von dem wir schon Gelegenheit hatten, in diesem Kapitel zu 
sprechen 1 ). Er war einer der streitbarsten Vorkämpfer des politisch 
wirtschaftlichen Liberalismus, und zwar auf Grund seines absoluten 
Glaubens an die freie Konkurrenz und seiner Überzeugung, daß sie aus 
reiche, um die soziale Frage zu lösen 2 )- Nach seiner Ansicht beruhen die 
Übel, die man ihr zuschreibt, nur darauf, daß die freie Konkurrenz erst 
unvollkommen verwirklicht ist. Niemand stand daher dem Staats 
sozialismus und dem Interventionismus unter allen seinen Formen, Ar 
beitergesetzgebung, Schutzzoll, Reglementierung des Eigentums, sei es 
au ch nur des Forsteigentums, feindlicher gegenüber als er. Wir haben 
schon darauf hingewiesen, daß er sogar der freien Assoziation feindlich 
gesinnt war, insoweit als sie der Konkurrenz der Individuen hinderlich ist. 
In logischer Übereinstimmung mit seiner Überzeugung ist er für die 
ubsolute Testierungsfreiheit, ohne sie durch irgendwelche Vorbehalte zu 
gunsten der Erben zu beschränken, aber er lehnt das Recht ab, Nach- 
er ben festzusetzen, denn diese dem Erblasser gewährte Freiheit wird not 
wendigerweise zu einer Beschränkung der Freiheit seiner Erben 1 ). 
^twicklung andererseits, deren Wirkung darin bestehen soll, die Vermehrung der 
evölkerung in geradem Verhältnis zum Fortschritt der Zivilisation automatisch zu 
v «langsamen. 
') Charles Dünoyer’s Buch La Liberty du travail, von dem wir schon ge 
sprochen haben (s. o. S. 352ff.) erschien zuerst 1825; die letzte Ausgabe ist von 1845. 
^ hat daher vot Bastiat geschrieben. Er leistete unter der Restauration aktiven 
'derstand, wurde später Präfekt und dann unter Louis-Philippe Staatsrat. 
’j Es ist das übrigens dieselbe These, die späterhin Molinari aufgestellt hat. 
) Im Falle einer Erbfolge ab intestato ist er für gleiche Teilung. Die Gründe,
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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