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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mill. 397 
teil für beide Teile gleich sei; man glaubte aber zu der Behauptung be 
rechtigt zu sein, daß der größere Gewinn dort, wo eine Ungleichheit auf 
trat, dem ärmeren der beiden Länder, dem von Natur ärmeren oder in 
dustriell rückständigeren, zufiele. Auf Grund der Definition würde ja gerade 
dieses größere Mühe gehabt haben, die eingeführten Produkte selbst zu 
erzeugen oder wäre möglicherweise überhaupt nicht imstande gewesen, 
sie hervorzubringen. Hierin stimmt die englische klassische Schule der 
Manchesterianer fast völlig mit der französischen Schule überein 1 * 111 ). 
Anscheinend könnte man darauf erwidern, daß unter der Herrschaft 
der freien Konkurrenz alle Werte auf die Produktionskosten zurück 
geführt werden, und folglich alle Produkte sich auf Grund der Regel: 
»gleiche Arbeit für gleiche Arbeit“ austauschen müssen, so daß dieser 
angebliche Vorteil zum Schluß verschwinden müsse. Ricardo hat aber 
schon auf diesen Einwurf geantwortet, daß, wenn die Regel „gleiche 
Arbeit gegen gleiche Arbeit“ wirklich den Austausch zwischen Individuen 
der gleichen Nationalität regiert, sie doch keineswegs den Austausch 
zwischen verschiedenen Ländern beherrscht, weil der nivellierende Ein 
fluß der Konkurrenz nicht mehr in Wirkung tritt und zwar wegen der 
Schwierigkeit, der das Kapital und die Arbeit bei ihrer Übertragung 
y on einem Lande, auf das andere unterliegen. Es kam daher nicht darauf 
a n , die Arbeit oder die respektiven Kosten desselben Produktes 
iu den beiden Ländern zu vergleichen, sondern nur die respektiven 
Kosten zweier Produkte (des eingeführten und des ausgeführten) im 
gleichen Lande. Hierdurch wurde die Theorie gestärkt, die die Vor 
teile des internationalen Handels an der ersparten Arbeit mißt 2 ). 
l ) Übrigens legt Ricardo selbst die Vorteile des internationalen Handels in 
Ausdrücken dar, die Bastiat sich hätte aneignen können: „In einem System voll- 
"mmener Handelsfreiheit verwendet jedes Land sein Kapital und seine Industrie in 
er Weise, die ihm am nützlichsten erscheint. Die Zwecke des persönlichen Interesses 
teilen in vollständiger Übereinstimmung mit dem allgemeinen Wohl der ganzen Gesell 
schaft So gelangt man — ... indem man aus den Wohltaten der Natur den größt 
möglichen Vorteil zieht, zu einer besseren Verteilung und zu größerer Sparsamkeit 
111 ’fcr Arbeit. Zur gleichen Zeit verbreitet die Vermehrung der allgemeinen Menge 
^on Produkten überall Wohlstand: der Austausch verbindet durch gemeinsame In- 
er essenbeziehungen alle Teile der zivilisierten Welt untereinander und macht sie zu 
®'uer einzigen großen Gesellschaft. Dieses Prinzip schreibt vor: Wein soll in Frankreich 
od in Portugal erzeugt werden, Getreide in Polen und in den Vereinigten Staaten, 
... Eisenwaren wie andere Gegenstände werden in England hergestellt (Ricardo, 
^»vres, franz. Übers., S. 105). 
s ) Doch kann sich aus der Theorie Ricardo’s Folgendes ergeben, was zunächst 
Paradox erscheint: ein Land nämlich kann seinen Vorteil dabei finden, nicht nur, wie 
selbstverständlich, die Gegenstände einzüführen, die es nur unter schwereren Be 
dungen als seine Konkurrenten herstellen kann, sondern auch die Produkte, in 
^>en es seinen Konkurrenten relativ überlegen ist, wenn es imstande 
fv' n sollte, sie mit einem Produkt zu bezahlen, für die es eine noch ausgesprochenere 
Überlegenheit besitzt In diesem Falle findet es seinen Vorteil, sich des Produktes,
	        

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Neueste Zeit. Weidmann, 1907.
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