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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

398 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
Nur bleibt nach dieser Theorie der Wert der ausgetauschten Pro 
dukte unbestimmt. Er wird irgendwo zwischen den reellen Produktions 
kosten der ausgeführten Waren und den virtuellen Produktionskosten 
der eingeführten Waren liegen, so daß für jedes der beiden Länder eine 
Ersparnis herauskommt; aber das ist auch Alles, was man darüber sagen 
kann. Stuart Mill geht nun einen Schritt weiter. Er gibt den Vergleich 
der rein abstrakten Produktionskosten auf, der auch keinen praktischen 
Maßstab ergeben kann, und sagt, daß der Wert des eingeführten Produktes 
sich durch die Menge des ausgeführten Produktes, das dafür aus 
getauscht werden muß, bestimmen läßt 1 ). Man muß daher die Ursachen 
suchen, die einem Lande, z. B. England gestatten, eine mehr oder 
weniger große Menge Wein im Austausch für Kohle zu erhalten. 
Oder mit anderen Worten, das Gesetz der internationalen Werte ist 
nicht mehr das Gesetz der verglichenen Produktionskosten, sondern 
das Gesetz des Angebotes und der Nachfrage. Die Preise der beiden 
Waren stellen sich in der Weise ein, daß sich die von beiden Ländern 
naehgefragten Mengen ausgleichen. Es ist selbstverständlich, daß, wenn 
die Kohle in Frankreich viel mehr nachgefragt ist, als der W T ein i n 
England, England eine viel größere Menge Wein gegen seine Kohle 
erhalten kann und sich daher in einer höchst vorteilhaften Lage befindet. 
Die Theorie Stuart Mill’s 2 ) stellt daher in dem Sinne einen Fort 
für das seine Überlegenheit am höchsten ausgebildet ist, als eines einfachen Tausch- 
mittels zu bedienen, um sich irgendein anderes Produkt zu verschaffen. 
„Nehmen wir an, zwei Arbeiter verstehen, der eine wie der andere, Schuhe und 
Hüte zu machen. Der eine ist in beiden Professionen besonders geschickt; wenn er 
aber Hüte macht, ist er seinem Konkurrenten nur um ein Fünftel oder 20% übe 1 ' 
legen, während er in der Herstellung von Schuhen ihn um ein Drittel oder 33 % nb eI ' 
flügelt. Würde es nicht im Interesse Beider liegen, daß der geschickterem Arbeiter sic« 
haupstächlichmitder Herstellung von Hüten befasse?“ (Ricardo, Op, cit., S. 107, An®-/ 
In gleicher Weise würde England Vorteil darin finden können, seine Kohle geg c ? 
französische Tuche auszutauschen, auch wenn in der Hypothese England dieses Tue 
mit weniger Arbeit als Frankreich hersteilen kann. 
x ) „In jedem Lande hängt der Wert einer fremden Ware von der Menge e®' 
heimischer Produkte ab, gegen die sie ausgetauscht werden kann“ (Principles, B. M ’ 
Kap. 18, § 1). 
2 ) Stuart Mill hatte diese Theorie zuerst in seinen Essays über einige un 
gelöste Fragen der Volkswirtschaft dargelegt. Er gibt eine verwickelt®^ 
und anscheinend genauere Ausführung (er wendet sogar eine algebraische For® 
an, in seinen Principles, Bd. II, B. III, Kap 18, § 7). — Im Grunde genoninie^ 
sind alle diese Schlußfolgerungen, die sich ebenso wie die Ricardo’s auf die Hypoth® 
eines Austausches zwischen zwei Personen aufbauen, reine Abstraktionen ohne P 
tische Bedeutung. Denn in Wirklichkeit ist der, der einführt und der, der au . jg 
nicht derselbe, und die Vorteile, die der Eine in seinem Import sucht, sind ohne 
Beziehung zu denen, die der Andere in seinem Export erstrebt. Allerdings führ ^ 
Gesamtheit der Ein- und Ausfuhr dazu, mehr oder weniger ein Gleichgewicht 
zustellen, auf Grund des Zuflusses oder Abflusses des Bargeldes, was aber ein an e 
Problem ist.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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