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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

436 Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
auf die wirtschaftlichen Handlungen unbestreitbar eine vorherrschende 
Wirkung ausübt 1 ). 
Dieses Verfahren ist so natürlich, wir können sogar sagen, so un 
entbehrlich — um dem Geist zu gestatten, sich in der Vielfältigkeit 
der Tatsachen zurechtzufinden, daß die Kritik der historischen Schule 
den in der wirtschaftlichen Literatur seit etwa 30 Jahren immer be 
zeichnender werdenden Aufschwung der abstrakten und deduktiven 
Methode nicht verhindert hat. Es ist wahr, daß die modernen Nachfolger 
der Klassiker, wenn sie die abstrakten Methoden wieder zu Ehren gebracht 
haben, sie nicht mehr wie die ersten Klassiker handhaben. Sie haben 
der Deduktion einen festeren Ausgangspunkt gegeben, indem sie eine 
exaktere psychologische Analyse der Bedürfnisse aufstellen, die das per 
sönliche Interesse befriedigen soll * 2 ). Auf der anderen Seite haben sie 
den Mechanismus der Deduktion vervollkommnet, indem sie sich nicht 
nur der Regeln der gewöhnlichen Logik bedienten, sondern auch die der 
mathematischen Analyse anwandten. Die Schlußfolgerungen nun, zu 
denen sie in einer großen Anzahl von Punkten kommen, unterscheiden 
sich außerordentlich von denen der Klassiker. 
Glücklicherweise bietet der Gegensatz der induktiven und deduk 
tiven Methode, der von der historischen Schule aufgebracht worden ist, 
heute kein besonderes Interesse mehr. Die bedeutendsten Volkswirt 
schaftler haben beide Methoden als gleicherweise notwendig angenommen. 
Die verschiedensten Schriftsteller sind übereingekommen, diese Fragen 
der Methode als nebensächlich auszuscheiden und diesen Streit, bei dem 
die Wissenschaft nicht viel gewonnen hat, zu vergessen. Es ist der Mühe 
wert, am Schlüsse dieses Absatzes auf die Meinungen einiger Gelehrter 
hinzuweisen, die sehr verschiedene Richtungen vertreten, aber doch in 
dieser Hinsicht ungefähr gleich denken. „Die Diskussionen über die 
Methode“, sagt Pareto, „sind ein reiner Zeitverlust; der Zweck der 
*) Vgl. Karl Menger, Untersuchungen usw., S. 79. „So wenig wie die reine 
Mechanik die Existenz mit Luft erfüllter Räume, die Reibung usf., so wenig die reine 
Mathematik die Existenz realer Körper, Flächen und Linien leugnet, ... so wenig die 
reine Chemie den Einfluß physikalischer und die reine Physik den Einfluß chemischer 
Faktoren boi Gestaltung der realon Erscheinung negiert, ob zwar jode dieser Wissen 
schaften nur eine Seite der realen Welt berücksichtigt, und von allen anderen abstrahiert: 
so wenig behauptet ein Nationalökonom, daß die Menschen faktisch nur vom Eigen 
nütze geleitet, oder aber unfehlbar oder allwissend seien, weil er die Gestaltungen des 
sozialen Lebens unter dem Gesichtspunkte des freien, durch Nebenrücksichten, durch 
Irrtum und Unkenntnis unbeeinflußten Spieles des menschlichen Eigeninteresses zum 
Gegenstand seiner Forschung macht.“ Im gleichen Sinne: Adolf Wagner, op. 01 ’•> 
§ 67ff., und Marshall. 
2 ) Die heutigen deduktiven Volkswirtschaftler verachten die Psychologie so 
wenig, daß man sogar gewissen von ihnen (den Österreichern) den Namen „Psycho 
logische Schule“ gegeben hat. Man kann behaupten, daß sie in dieser Hinsicht vre 
weiter gegangen sind, als die historische Schule.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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