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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

438 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
§ 3. Die positiven Ideen der historischen Schule. 
Wahrscheinlich wären die Kritiken, die die Anhänger der histori 
schen Schule gegen die Methoden der Klassiker erhoben, nicht so scharf 
gewesen, wenn sich in ihnen nicht eine vollständig verschiedene Auf 
fassung der Rolle und des Zweckes der Nationalökonomie verborgen 
hätte. Hinter diesen Kritiken liegt, mehr oder weniger deutlich ein prin 
zipieller Gegensatz. Wenn die „junge historische Schule“ heute einige 
ihrer Hoffnungen aufgegeben hat, — so träumten doch die ersten An 
hänger, wie wir gesehen haben, von einer vollständigen Erneuerung der 
Wissenschaft. In welchem Sinn und auf welche Weise sollte dies nun 
geschehen? Es ist von Bedeutung, Klarheit hierüber zu haben. Die positive 
Auffassung, die sich die historische Schule von der Ökonomik gemacht 
hat, ist für die Geschichte der Doktrinen noch interessanter, als ihre 
kritische Leistung. Denn in ihr liegt ein geistiger Gegensatz, den man 
zu fast allen Zeiten in der Geschichte unserer Wissenschaft findet. 
Das wirtschaftliche Leben kann von zwei verschiedenen Gesichts 
punkten aus betrachtet werden, die man als den mechanischen und 
den organischen unterscheiden kann; auf den einen stellen sich die 
verallgemeinernden Denker, deren Höchstes die Einfachheit ist; der andere 
drängt sich ganz natürlich denen auf, die durch die beständigen Wand 
lungen der konkreten Wirklichkeit angezogen werden. 
Die ersten Volkswirtschaftler gingen in der Mehrzahl vom mecha 
nischen Gesichtspunkt aus. Unter der Menge der sozialen Phänomene 
haben sie sich meistens begnügt, die zu studieren, die eine im wesentlichen 
mechanische Erklärung gestatten. Die Preisschwankungen, das Steigen 
und Fallen des Zinsfußes, des Lohnes und der Bodenrente, die Anpassung 
der Produktion an die Nachfrage unter der Herrschaft der freien Kon 
kurrenz erscheinen ihnen als die Wirkungen der fast automatischen Tätig 
keit menschlicher Moleküle, die dem überall identischen Beweggrund 
des persönlichen Interesses gehorchen. Die Einfachheit dieser Auffassung 
entbehrt nicht der Größe. 
Nur ist das so erhaltene Bild des sozialen Lebens außerordentlich 
begrenzt. Es vernachlässigt eine große Anzahl von bedeutungsvollen 
und interessanten Tatsachen. Der konkrete Ausdruck der wirtschaft 
lichen Welt ist in Wirklichkeit außerordentlich verschieden und wechselnd. 
Wir können in ihm Einrichtungen aller möglichen Art unterscheiden: 
Banken, Handels- und Effektenbörsen; Genossenschaften der Arbeit 
geber und solche der Arbeitnehmer, Handelsgesellschaften und Ko 
operativgesellschaften; wir treffen hier auf erbitterte Kämpfe zwischen 
der großen und der kleinen Industrie, dem großen und kleinen Handel, 
dem großen und kleinen Landbesitz, zwischen sozialen Klassen, zwischen 
Individuen, zwischen dem Staat und den Einzelpersonen, zwischen den
	        

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Oekonomik Der Transformationsperiode. Verlag der Kommunistischen Internationale, 1922.
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