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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel I. Die historische Schule und. der Streit über die Methoden. 439 
Städten und dem platten Land. Wir sehen, wie der Wohlstand der Staaten 
wächst und verfällt, wie die Konkurrenz dem Einen heute ein Übergewicht 
gibt, das sie ihm morgen wieder nimmt. In diesem Lande und in jener 
Epoche haben gewisse handelspolitische Richtungen Erfolg, die im Gegen 
teil an anderen Stellen oder in anderen Zeitläuften fehlschlagen. Wir 
sehen, wie in jedem Lande und zu jedem Augenblick das wirtschaftliche 
Leben sich durch andere Organe vollzieht, sich beständig verändert, sich 
den wechselnden Bedingungen der Technik anpaßt, sich mit dem Fort 
schritt der Wissenschaft umformt, mit neuen Sitten und Anschauungen 
andere Formen zeigt. 
Von all diesem sagt uns aber die mechanische Auffassung der Volks 
wirtschaft kein Wort. Sie erklärt uns weder die wirtschaftlichen Unter 
schiede, die eine Nation von der anderen trennen, noch die, die eine Epoche 
von der anderen scheiden. Ihre Lohntheorie sagt uns nichts über die 
verschiedenen Arbeiterkategorien, ihren relativen Wohlstand in den 
aufeinander folgenden Perioden der Geschichte, oder über die rechtlichen 
und politischen Verhältnisse, von denen dieser Wohlstand abhing. Ihre 
Zinstheorie sagt uns nichts über die unzähligen Formen, die die Funktion 
des Kredites in der Geschichte angenommen hat, über die Veränderungen, 
die die Tauschmittel, das Metallgeld und das Papiergeld erlitten haben. 
Ihre Theorie des Profits läßt die Umformungen der Unternehmungen, 
ihre Konzentration oder Zersplitterung, ihren individuellen oder kollek 
tiven Charakter, ihre Sonderstellung im Handel, in der Industrie oder der 
Landwirtschaft außer Acht; denn die klassischen Volkswirtschaftler haben 
einfach die allgemeinen und beständigen Tatsachen gesucht, in denen 
üh Rahmen der sozialen Einrichtungen ihrer Zeit die Tätigkeit des homo 
°economicus zum Ausdruck kam. 
Daher genügt die mechanische Erklärung des Wirtschaftslebens 
nicht, um uns über seine Vielgestaltigkeit Rechenschaft zu geben. Sie 
uns wohl gewisse sehr allgemeine Erscheinungen, aber sie ermög 
licht es uns nicht, ihre konkreten und besonderen Charakterzüge zu 
verstehen. 
Woher kommt nun dieser Mangel? Er beruht darauf, daß die me 
chanische Auffassung die wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen aus 
dem wirklichen Milieu, in dem sie sich vollzieht, isoliert. Die Wirtschaft» 
hchen Handlungen des Menschen stehen in enger Verbindung mit der 
Gesamtheit der Bedingungen, unter denen er lebt. Ihr Charakter und 
Ihre Wirkungen sind von Grund aus verschieden, je nach dem physischen, 
sozialen, politischen und religiösen Milieu, in dem sie sich vollziehen. 
Die geographische Lage eines Landes, seine natürlichen Hilfsquellen, 
dle wissenschaftliche und künstlerische Kultur seiner Bewohner, ihr 
^oralischer und intellektueller Charakter, ihr Regierungssystem bestimmen 
die Natur der wirtschaftlichen Einrichtungen, die sie aufgerichtet haben,
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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