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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Der Staatssozialismus. 
481 
für diese neue Politik notwendigen wissenschaftlichen Materialien zu 
sammeln. Der „Kathedersozialismus“ war geboren. Diesen Namen gaben 
nämlich die Liberalen spöttisch den neuen Bestrebungen, auf Grund der 
großen Anzahl von Professoren, die an dem Kongreß teilgenommen hatten. 
Es genügte, diesen Ideen eine etwas radikalere Form zu geben, um sie in 
Staatssozialismus zu verwandeln. Dies war hauptsächlich das Werk 
Adolf Wagner’s 1 ) in seiner 1876 erschienenen Grundlegung 2 ). 
Wir werden nun versuchen, die selbständigen Beiträge des Staats 
sozialismus von denjenigen Bestandteilen seiner Lehre zu sondern, die er 
'len früheren Nationalökonomen verdankt. Die Aufgabe ist nicht leicht. 
Wie jede praktische Lehre, die hauptsächlich dazu bestimmt ist, die Ziele 
oiner Gruppe von Menschen oder einer Epoche zusammenzufassen und als 
Vermittlerin zwischen oft unvereinbaren Prinzipien zu dienen, entbehrt sie 
der scharfen Umrisse, die ein individuelles und rein theoretisches System 
charakterisieren. Sie hat ihre Gedanken verschiedenen Quellen entlehnt, 
ohne sich immer darum zu bemühen, sie in Übereinstimmung zu bringen. 
Vor allem ist sie eine Reaktion, nicht gegen die grundlegenden Ge 
danken der englischen Klassiker, wie es manchmal geglaubt wird, sondern 
§ e gen die Übertreibungen ihrer späteren Schüler, der Bewunderer Bastiat’s 
°der Gobden’s, der Optimisten in Frankreich und der „Manchester- 
Männer“ in Deutschland. Das auf dem Kongreß zu Eisenach von Schmol- 
cer verfaßte Manifest spricht nur von der „Manchesterschule“. Die 
Klassiker erwähnt es nicht 3 ). Allerdings sind bei vielen deutschen Schrift- 
ord ^ Keben Adolf Wagner kann man Albert Schäffle anführen, der eine außer- 
gliche literarische Tätigkeit entfaltet hat, aber eben so sehr Soziologe, wie Volks- 
<187? llaftlcr ' St ' In seinem großen Werk: Bau und Leben des sozialen Körpers 
„ , 5 "1878) hat er eine organische und biologische Theorie der Gesellschaft nieder- 
dem S6 * n bekanntestes Buch ist aber eine kurze Darlegung des Sozialismus unter 
set e Quintessenz des Sozialismus (1875), das in viele Sprachen über- 
z ' ^orden ist, darunter von Benoit Malon ins Französische, 
des v ^ Hauptwerke Adolf Wagner’s, in denen sich die Ideen und das Programm 
sei “^^Sozialismus niedergelegt finden, sind: seine Grundlegung (1. Ausg. 1876); 
e Finanzwissenschaf t; sein Aufsatz Staat im Handwörterbuch der Staats- 
^.ssenschaften, und besonders zwei Aufsätze, die unter dem Namen: Finanz- 
ssenschaft und Staatssozialismus in der Zeitschrift für die gesamte 
^ Ratswissenschaft 1887, S. 37—122 und S. 675—746 veröffentlicht wnrden. — 
wird man mit Nutzen auch zwei Reden von ihm lesen: die eine vom 29. März 
Sozialismus, Sozialdemokratie, Katheder- und Staatssozialismus; 
Me andere vom 21. April 1892, Das neue sozialdemokratische Programm. 
Auf k Es * St z ' Mteressant, festzustellen, daß die Definition des Bereiches und der 
^ gaben des Staates, wie sie Wagner gibt, sich sehr der von uns oben angeführten 
sch A. Smith’s nähert, aber im Gegenteil sich stark von der Bastiat’s unter 
er rIa® 1 sa gl: »Die allgemeine Regel lautet: der Staat hat diejenigen Tätigkeiten 
Wed K . ie di&ung der Bedürfnisse seiner Angehörigen selbst zu übernehmen, welche 
v , ,' ir . b* e Privatwirtschaften, noch freie, noch andere Zwangswirtschaften (Selbst- 
li„ altu ngskörp er ) überhaupt oder welche alle diese nur weniger gut oder nur kostspie- 
RUsführen können.“ (Grundlegung, 3. Ausg. 1892, S.916, 6.Bd., 5.Kap., §377.) 
Gi< le und Rist, Gesch. d. Volkswirtschaft!. Lehrmeinungen. 2. Aufl. 31
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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