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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel I. Die Physiokraten. 
37 
geschäftes zuläßt 1 ) und der Grund, den er anführt, ist nicht allein 
das physiokratische Argument von der Möglichkeit, daß der Kapital 
besitzer sein Geld in Grund und Boden anlegen kann, sondern vor 
Allem, daß er sich irgendwelcher Produktion zuwenden kann, da 
Kapital die „unumgänglich notwendige Grundlage jedes Unternehmens“ 
ist 2 ). Daher wird er sein Kapital niemals jemandem geben, der ihm 
nicht wenigstens den Gegenwert dessen bietet, was er erhalten 
könnte, wenn er es selbst in Industrie oder Handel verwendete. 
Dieser Beweisführung scheint aber der Gedanke zugrunde zu liegen, 
als ob jedes Unternehmen an und für sich produktiv sei. Und in der 
Tat, Tukgot unterschied sich auch darin von der physiokratischen 
Schule, daß er die Industrie und den Handel nicht als steril be 
trachtete. 
2. 
Die Rolle des Staates. 
Da die Physiokraten glauben, daß es in den menschlichen Ge 
meinschaften eine natürliche Ordnung gibt, die von selbst wirkt, und 
daß es folglich keines geschriebenen Gesetzes bedarf, um die Herr- 
Se haft dieser Ordnung festzulegen, da sie glauben, daß die Stimme 
der Natur dem Menschen „das, was ihm am vorteilhaftesten ist“ 
e ingibt und daß daher jeder Zwang unnötig ist, der jemanden be 
stimmen soll, seinen Vorteil zu suchen, — so würde es scheinen, als 
°b die Physiokraten zur Verneinung aller Gesetzgebung, aller Autorität, 
mit einem Wort: zur Abschaffung des Staates gelangen müßten. 
Es ist sicherlich wahr, daß die Physiokraten dafür waren, die 
Gesetzgebungsmaschine auf ein Minimum zu reduzieren, und sie haben 
sogar erklärt, was nach ihnen die Anti-Interventionisten so oft wieder 
holen sollten, daß das nützlichste Werk der Gesetzgebung darin be 
stehe, die unnützen Gesetze abzuschaffen 3 ). Fest steht, daß nach 
ihnen, wenn man einmal neue Gesetze zu Hilfe nehmen muß, sie 
üichts weiter als die Niederschrift der ungeschriebenen Naturgesetze 
sein sollten. „Weder die Menschen noch die Regierung machen die 
Gesetze und sie können sie auch nicht machen.“ Sie erkennen 
i über diesen Gegenstand: 
*) Er ist der Verfasser einer ^nJführungen über Gelddarlehen) 1769. 
„Memoire sur les prets d argent ( ..irhesses (Betrachtungen über die 
2 ) Reflexions sur la formation des 
Bildung des Reichtums) §§ LIX, BXI, DA • ^g^pen un(1 absurden Gesetze 
3 ) „Schafft die unnützen, ungerechten, J (Baudeau, S. 817). Boisguih.bbekt 
ab, und ihr werdet sehen, ob viel davon übrig W eineB rech t grollen Wohlstandes 
hatte 60 Jahre vorher geschrieben: „Zur » ® mit dem Tun auf zu hören, 
handelt es sich nicht darum, etwas zu tun, 
was nnr einen Augenblick beansprucht.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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