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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel I. Die Physiokraten. 
41 
Feudalismus, mit dem Eigentum verbunden war; und ebenso wie die 
Erblichkeit zum Grundbesitz gehört, gehört sie auch zum Amt des 
Königs. Der Herrscher, der für die Physiokraten den von ihnen ge 
träumten Idealtypus eines Despoten vorstellt, ist der Kaiser von 
China: er besitzt alle von ihnen aufgestellten Charakterzüge 1 ). 
Als Sohn des Himmels verkörpert er die natürliche Ordnung, die 
zur gleichen Zeit die göttliche ist. Auch ist er landwirtschaftlicher 
Herrscher, der feierlich einmal im Jahre die Hand an den Pflug legt. 
Er läßt sein Volk sich selbst regieren, oder wenigstens von Sitte und 
Gebrauch regiert werden 2 ). 
Wird aber in der Praxis der Despot nichts zu tun haben? Sicher 
lich nicht viel: „Ihr werdet sehen, Könige und Herrscher, wie leicht 
die Ausübung eurer geheiligten Ämter ist, die wesentlich darin be 
steht, das Gute, das von selbst wird, nicht zu hindern, und die kleine 
Anzahl von Menschen, die sich am Privateigentum vergreifen, zu be 
strafen“ 3 ). 
Und in der Tat, der Schutz dieser natürlichen Ordnung 
Segen alle tempelschänderischen und unwissenden Hände, die ihr 
irgendwie Schaden zufügen wollen, und im Besonderen der Schutz 
dessen, was ihre Grundlage ist, des Eigentums in allen seinen Formen, 
das ist die erste und bedeutendste Funktion des Herrschers. „Die 
gesetzliche Ordnung besteht in dem Besitzrecht, das von der Kraft 
einer schützenden und herrschenden Autorität den in der Gesellschaft 
^reinigten Menschen sichergestellt und garantiert wird“ 4 ). 
Der Unterricht ist die zweite dieser Funktionen, und die 
Physiokraten legen auf diesen Punkt ganz besonderes Gewicht. „Der 
a %emeine Unterricht ist das erste und das wahre gesellschaftliche 
Fand“ sagt Baudeau. Und Quesnay empfiehlt besonders den Unter- 
, ’) „Dieser höchste Alleinwille, der die letzte Instanz ist, ist im Grunde genommen 
kei u menschlicher Wille mehr: er ist die verkörperte Stimme der Natur die Ordnung 
' les Himmels. Die Chinesen sind das einzig bekannte Volk, deren Philosophen diese 
HrWeisheit erkannt zu haben scheinen. In diesem Sinn nennen sie auch ihren 
Herrscher „Sohn des Himmels“ “ (Baudeau, S. 798). 
, *) Man hat jedoch gesagt (Pantaleoni in seiner Einführung zu dem,Buche 
-Wthuk Labkiola’s „Le dottrine economiche di Quesnay Quesnay s wirt 
schaftliche Doktrin -) daß die Physiokraten dem Feudalismus gegenüber die gleiche 
R °lle gespielt hätten, 'wie die Sozialisten späterhin gegenüber der bürgerlichen Gesell 
schaft. - Vom politischen Gesichtspunkt aus ist das richtig, da sie eine allein 
stehende Monarchie ohne Gegengewicht erstrebten, vom ökonomischen Gesichts 
punkt aus aber nicht, da ihre Auffassung der Souveränität und der Abgaben ganz 
m it feudalen Gedanken getränkt ist. 
3 ) Dupont, Vorrede zu den Werken Quesnay s I, S. 85. 
4 ) Dupont I, S. 22.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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