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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Subventionen zu überweisen. Da übrigens die Anhänger dieser Gesell 
schaften auf Gegenseitigkeit sich größtenteils unter den Angestellten 
und den Mittelklassen finden, haben sie keine irgendwie revolutionär 
gerichteten Neigungen und auch nicht den geringsten Plan einer sozialen 
Reorganisation. 
Vor Allem ist es das Genossenschaftswesen, das infolge seines um 
fassenden und vielseitigen Programms das Recht hat, sich als die Ver 
wirklichung des Solidarismus zu geben. 
Doch zeigt die Kooperation zwei charakteristische Formen, und 
zwar auf Grund von gänzlich verschiedenen Programmen, deren End 
ziele weit auseinander liegen. 
Die ältere Bewegung, in der noch die Überlieferungen der Brüder 
lichkeit aus der Zeit von 1848 lebendig sind, ist die der Arbeiter-Pro 
duktivgenossenschaften, von denen wir schon gesprochen haben (S. 279). 
Sie bemühen sich, die Emanzipation der Arbeiterklasse zu verwirklichen, 
indem sie die Organisation der Republik auf die Werkstatt übertragen, 
und beginnen zunächst mit dem „Garantismus“, den Sismondi von den 
Arbeitgebern verlangte, und den Fourier von der freien phalansteri- 
schen Genossenschaft erwartete 1 ). Obgleich ihre Entwicklung ziemlich 
stetig gewesen ist, bilden sie doch nur einen winzigen Bruchteil der 
Arbeiterklasse. 
Die Konsumgenossenschaften dagegen haben eine viel größere 
Bedeutung erlangt: ihre Mitglieder zählen nach Millionen und bilden 
in einigen Städten Englands, Deutschlands und der Schweiz schon die 
Mehrheit der Bevölkerung. Außerdem sind sie imstande gewesen, riesige 
Großhandelsgenossenschaften zu bilden, die sehr wohl binnen kurzem 
eine vollständige Umwälzung in der Organisation des Handels bewirken 
können, wenn man sein Urteil nicht nur auf die Höhe der erreichten 
Umsatzziffern stützt, sondern auch die unter den Handeltreibenden hervor 
gerufene Erregung in Betracht zieht, die in allen Ländern zur Forderung 
von staatlichen Schutzmaßregeln geführt hat. Obgleich diese Gesell 
schaften sich in Frankreich stark vermehrt haben, können sie hier doch 
nicht entfernt die gleichen praktischen Erfolge aufweisen; -— was ihnen 
am meisten fehlt, ist gerade das Solidaritätsgefühl. Dafür ist es ihnen 
aber gelungen, ein soziales Erneuerungsprogramm aufzustellen, das einer i) 
i) „Die Solidarität ist nur ein leeres Wort, wenn sie sich nicht auf besondere 
Organisationen stützt, die sie wirksam machen. Deshalb haben die Arbeiter-Assozia 
tionen den Garantismus geschaffen. . . .“ 
„Die reinste Kundgebung der Idee der Solidarität besteht darin, einen Teil des 
von der Arbeit geschaffenen Reichtums dazu zu benutzen, das Elend wieder gut zu 
wachen, das die schlechte Organisation der Arbeit verursacht und den Arbeiter und die 
^einigen den schwersten Leiden aussetzt, wenn Krankheit, Alter oder Schicksalsschläge 
ihn treffen.“ (Programm auf dem Umschlag der Association Ouvriere, Organ der 
Woduktivgenossensehaften.) 
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I 
J
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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