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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel IV. Die Anarchisten. 
711 
der Motor ist, mit dem man die Massen in Bewegung setzt. Für sie gilt 
eine ganz andere Formel, diejenige, die wir Lenin soeben aussprechen 
hörten; die Bourgeoisie ohne die Bourgeois. Das ist einfach und 
allgemeinverständlich. Da die Bourgeoisie als eine Minderheit von Leuten 
definiert worden ist, die genießen und ausbeuten, wird die Mehrheit also 
eine Mehrheit von Leuten sein, die genießen und ausbeuten. Je mehr 
das Volk, dem man einen so lockenden Köder hinhält, in seiner Kultur 
rückständig und in seinen Instinkten primitiv ist, je mehr es vorher unter 
einer von seiner Regierung verschuldeten brutalen und schrankenlosen 
Ausbeutung gelitten hat: um so mehr kann dieses Programm auf Erfolg 
rechnen, und um so mehr wird es natürlich auch von Grausamkeit und 
Ungerechtigkeit umgeben sein. Das macht aus der Doktrin ein so wirksames 
Werkzeug der Demagogie. 
Aber auf der anderen Seite, zufolge einer unwidersprechlichen Logik, 
wächst die Aussicht, daß aus der Zerstörung der alten bürgerlichen Ordnung, 
an Stelle des tausendjährigen Reiches des Kommunismus, den man der 
Mystik der Gläubigen vorspiegelt, eine neue Form wirtschaftlicher Bour 
geoisie hervorgehe, um so mehr, je mehr dieses Programm der auf den 
Kopf gestellten Bourgeoisie sich der Geister bemächtigt. Und gerade das 
scheint — soweit man unterrichtet sein kann — sich jetzt in Rußland 
abzuspielen. Das deutlichste Ergebnis der Revolution scheint — die Folge 
des Ansturms der Bauern auf die Güter der großen Grundbesitzer — 
eine gewaltsame Aufteilung des Bodens zu sein, und das bedeutet die 
Schöpfung einer Demokratie grundbesitzender Bauern. Durch ein Para 
doxon, das in der Logik der Dinge, vielleicht sogar der Worte gegeben ist, 
wird das bleibende Ergebnis des LENiN’schen Kommunismus ohne Zweifel 
das Verschwinden der letzten Reste von Kommunismus in der Agrarver 
fassung Rußlands sein. 
Die Lehre, die wir dargestellt haben, ist also viel weniger eine wirt 
schaftliche als eine politische Doktrin. Als Wirtschaftsordnung ist die 
kollektivistische Diktatur des Proletariats unmöglich. Und da der voll 
kommene Kommunismus, auf den sie angeblich hinführen soll, ein Traum 
bleiben muß, so wird Rußland, um leben zu können, eine Form des Kapi 
talismus wiederfinden müssen, die ihm erlaubt zu produzieren — und es 
sucht diese Form bereits. 
Auf der anderen Seite, gesehen von dem Standpunkt des politischen 
Systems, stellt sich die Diktatur des Proletariats einfach dar als die Er 
setzung eines Personals und einer Regierungsgewalt durch ein anderes 
Personal und eine andere Regierungsgewalt. Diese Ersetzung war ver 
hältnismäßig leicht in einem Lande, wo die Bourgeoisie niemals die Zeit 
gehabt hatte, politische Kampfkörper zu bilden und eine winzige Minder 
heit darstellt gegenüber der ungeheuren Mehrheit der bäuerlichen Be 
völkerung. Die sogenannten „bürgerlichen“ oder „kapitalistischen“
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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