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Die Frau und die Arbeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Frau und die Arbeit

Monograph

Identifikator:
1029343713
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72101
Document type:
Monograph
Author:
Schreiner, Olive http://d-nb.info/gnd/118795457
Title:
Die Frau und die Arbeit
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (180 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Parasitimus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Frau und die Arbeit
  • Title page
  • I. Parasitimus
  • II. Parasitimus
  • III. Parasitimus (Fortsetzung)
  • IV. Die Frau und der Krieg
  • V. Geschlechtsunterschiede
  • VI. Einige Einwände
  • Contents

Full text

37 
Leistung voll und ganz befriedige, zu einer veralteten und 
vollständigen Unwahrheit geworden.* 
Wenn wir die Dinge rund um uns her mit der größten 
Unparteilichkeit betrachten, so finden wir, daß das ganze 
Gebiet ehemaliger und traditioneller Frauenarbeit um 
volle drei Viertel seines Umfanges für immer 
zusammengeschrumpft ist, und daß das rest 
liche Viertel dahin neigt, sich noch mehr ein 
zuengen. 
Diese große, so oft völlig übersehene Tatsache ist es, 
die als treibende Kraft der mächtigen, rastlosen „Frauen 
bewegung“, die unsere Zeit kennzeichnet, zugrunde liegt. 
Diese Tatsache ist es, die, ob nun klar und verstandes 
mäßig erfaßt, oder, wie es viel öfter der Fall, nur unklar 
und schmerzlich gefühlt, in den Herzen der tüchtig 
sten Frauen des modernen Europa den leidenschaftlichen, 
manchmal unlogisch scheinenden Ruf nach neuen Arbeits 
formen und neuen Tätigkeitsgebieten auslöst. 
* Im Hinblick auf die modernen Staaten finden wir, daß jene, deren 
Geburtsraten am höchsten, keineswegs die glücklichsten, aufgeklärtesten 
oder mächtigsten sind; ja es zeigt sich, daß selbst die Bevöl 
kerungszahl nicht immer im Verhältnis zu den Geburten 
wächst. Frankreich, das in vielen Beziehungen in der Zivilisation vor 
angeht, hat eine der niedrigsten Durchschnitts-Geburtsraten in Europa, 
und bei der freien und aufgeklärten Völkerschaft der Schweiz und Skan 
dinaviens ist die Geburtenziffer auffallend niedrig, während Irland, eines 
der unglücklichsten und schwächsten Länder Europas, lange Zeit eine 
der höchsten Geburtsraten hatte, ohne daß die Bevölkerung oder 
ihre Macht im Verhältnis zugenommen hätte. In bezug auf 
die verschiedenen Klassen derselben Gesellschaft, sind die Erschei 
nungen dieselben. Die Geburtenziffer ist im Verhältnis zur Zahl der 
Frauen unter den niedrigsten und ungebildetsten Volksklassen in den 
Armenvierteln unserer Großstädte weit höher, als bei den Frauen der 
oberen gebildeten Stände, hauptsächlich, weil das Heiratsalter mit der 
wachsenden Kultur und Bildung der Individuen zu steigen pflegt, aber 
auch durch die Regulierung der Geburten in der Ehe. Dennoch ist 
die Zahl der herangewachsenen Kinder in den gebildeten Ständen wahr 
scheinlich nicht geringer, vielleicht sogar höher als in den unteren 
Klassen, infolge der hohen Kindersterblichkeit dort, wo die Geburten 
zahl übergroß ist.
	        

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Die Frau Und Die Arbeit. Eugen Diederichs, 1914.
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