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Inflation und Geldentwertung

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Bibliographic data

fullscreen: Inflation und Geldentwertung

Monograph

Identifikator:
1029439745
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72099
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Inflation und Geldentwertung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Inflation und Geldentwertung
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
  • Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise

Full text

Inflation und Geldvermehrung, 
13 
wohl bei dem Lawschen Papiergeld (1716), das der Staat ohne 
Deckung an Stelle des „unbeständigen“ Silbergeldes ausgeben 
sollte, als auch bei den französischen Assignaten (1789), die auf 
Grund der eingezogenen und zum Verkauf gestellten Kirchengüter 
schließlich in Höhe von 45 * 1 / 2 Milliarden Livres — nach anderen An 
gaben in Höhe von 30 Milliarden Livres — ausgegeben worden sind, 
offenbarte sich die neugeschaffene Kaufkraft in dem für jeder 
mann sichtbaren Papiergeld, das in den Händen der Besitzer jene 
fürchterliche Entwertung durchmachen sollte, die wir erst in den 
heutigen Tagen richtig zu würdigen lernen. Im Zusammenhang 
mit einem Kriegsfall — und daher als Vergleich mit den heutigen 
Verhältnissen — ist das Beispiel des amerikanischen Revolutions 
krieges (1776—1781) besonders interessant und lehrreich. Der da 
malige Kongreß konnte wegen des Widerstandes der Einzelstaaten 
weder Steuern ausschreiben, noch Anleihen ausgeben. Er sah 
sich daher gezwungen, die Kosten des Krieges zunächst mit der 
Ausgabe von Papiergeld zu decken. Die Einzelstaaten folgten die 
sem Beispiel. In fünf Jahren wurden bei einer Bevölkerung von nur 
vier Millionen Seelen nicht weniger als 450 Mill. Doll. Noten aus 
gegeben, was einem Umlauf von 500 M. pro Kopf der Bevölkerung 
(in Deutschland Ende 1913: 30 M., 30. September 1918: 300 M.) 
entsprach. Da das Kreditwesen zu jener Zeit noch unentwickelt 
war, so dürfte der gesamte Umfang der von den Regierungen da 
mals neugeschaffenen Kaufkraft in dieser Zunahme des Noten 
umlaufs zum Ausdruck gekommen sein. Da ferner die Gütererzeu 
gung nicht im entferntesten dieser Vermehrung des -Geldes gefolgt 
war, so war das Beispiel einer mächtigen Inflation in der gewalt 
samen Ausdehnung des Notenumlaufs für jedermann ersichtlich 
gegeben. Es dauerte auch nicht lange, bis eine umfangreiche Preis 
steigerung auf dem Gütermarkt, eine scharfe Entwertung des 
Papiergeldes eintrat. Schon um das Jahr 1781 war die ganze Masse 
des ausgegebenen Papiergeldes so gut wie wertlos 1 ). 
i) E. Schultze, Die Kriegssteuem der Vereinigten Staaten im Bürgerkrieg 
und im jetzigen Kriege. Zeitschrift für Sozialwissenschaft 1918, S. 349. 
Der Verfasser berichtet weiter, daß ungeachtet dieser Entwertung weitere 
Mengen von Noten in Umlauf gesetzt wurden, denen Zwangskurs beigelegt wurde. 
Der Wert der Noten wurde auf 1 : 175 festgesetzt. Er sank jedoch bald bis auf 
1 : 300. Es entbehrt nicht eines gewissen Reizes, an der angeführten Stelle weiter 
zu lesen, daß in die damals zustande gekommene neue Verfassung der Vereinigten 
Staaten eine Bestimmung aufgenommen wurde, wonach während der nächsten 
60 Jahre jede Ausgabe von Noten unterbleiben sollte.
	        

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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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