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Inflation und Geldentwertung

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Bibliographic data

fullscreen: Inflation und Geldentwertung

Monograph

Identifikator:
1029439745
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72099
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Inflation und Geldentwertung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Inflation und Geldentwertung
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
  • Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise

Full text

18 
Die Finanzwirtschaft während des Krieges usw. 
Dann kann auch die — vielleicht nicht immer beabsichtigte — 
schiefe Vorstellung nicht aufkommen, als ob irgendeine Menge 
Geldes (im engeren, weiteren und weitesten Sinne) mechanisch auf 
die Preisgestaltung einwirke. Mit der Gleichsetzung von Inflation 
und aufgeblähter Kaufkraft der Einzelwirtschaften wird verdeut 
licht, daß die Einwirkung auf die Preise von dem Subjekt des Käu 
fers und Verkäufers, über diese Personen und durch diese Personen 
erfolgt. Deren Fähigkeit, zu kaufen und zu verkaufen, hat in der 
deutschen Kriegswirtschaft eine eigentümliche Ausbildung erfahren, 
nämlich in der Richtung, daß diese Kauffähigkeit eine außer 
ordentliche Steigerung erfahren hat, daß die Kaufkraft zahlreicher 
Einzelwirtschaften gegenüber den zu kaufenden Gütern aufgebläht 
worden ist. Ob aber von dieser Kauffähigkeit und Kaufkraft wirk 
lich Gebrauch gemacht wird, hängt nicht allein von der Menge 
Geldes ab, über die die Wirtschaften verfügen, sondern auch von 
dem Willen der die Wirtschaft leitenden Personen, diese gehobene 
Fähigkeit, zum Kaufen, auch wirklich im gegebenen Augenblick zum 
Kaufen zu verwenden. Ob und wie die Kaufkraft verwendet wird, 
ist aber — wie in der wissenschaftlichen Literatur stets betont -wird 
— in erster Linie entscheidend für die Preisgestaltung. Davon ist in 
den folgenden Abschnitten noch die Rede. Aus den dortigen Ausfüh 
rungen wird zugleich hervorgehen, in welchem Maße die Scheidung 
zwischen Einkommen und Vermögen (der Grundlage der Kauf 
kraft), zwischen Bargeld, Kredit und Kapitalanlage, die im Frieden 
ein Hin und Her in engen Grenzen hielt, während des Krieges fast 
vollkommen verwischt worden ist. 
Wenn man die Vorgänge so ansieht, dann verliert auch die 
Gegenüberstellung der zahlenmäßigen Steigerung des Kotenumlaufs 
und der Preise jegliche Bedeutung. Denn erstlich ist der Umlauf 
an Papiergeld von allerhand Zufälligkeiten abhängig, die man zwar 
Schaftstheorie überhaupt für möglich, weil in seinem Sinne Kapital und Ver 
mögen Geldrechnungsbegriffe darstellen. 
Endlich finde ich auch bei Liefmann an einigen wenigen Stellen das 
Wort Kaufkraft; so auf S. 72: der Staat, der Papiergeld ausgibt, schafft sich 
eine künstliche Kaufkraft ... S. 90: zusätzliche, nicht aus dem regulären 
Tauschverkehr stammende Kaufkraft ... S. 96: Nur auf die künstliche Kauf 
kraft kommt es hinsichtlich des Einflusses auf die Preise an . . . Und S. 72: 
Hier auf wirtschaftende Subjekte bezogen, ist dieser Ausdruck (nämlich: Kauf 
kraft), den man bisher nur auf Objekte, bzw. sogar auf den eigentlichen ab 
strakten Geldbegriff anwendete, unbedenklich... M. E. ist er aus den angeführten 
Gründen der allein zutreffende.
	        

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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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