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Inflation und Geldentwertung

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Bibliographic data

fullscreen: Inflation und Geldentwertung

Monograph

Identifikator:
1029439745
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72099
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Inflation und Geldentwertung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Inflation und Geldentwertung
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
  • Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise

Full text

78 
Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise. 
leihen verschafft. Auf diese Weise hat sich das Reich die durch 
seine willfährigen Zahlungen geschaffene Kaufkraft von seinen Bür 
gern bzw. von den Banken in großem Umfange zurückgeliehen 
oder sich neue Kaufkraft durch Kredite bei der Reichsbank ge 
liehen, anstatt solche — zum mindesten für die laufenden Aus 
gaben — durch Steuern aus der Volkswirtschaft zu entnehmen. 
Mit dem Aufhören der eigentlichen Kosten für die Kriegführung 
und für die Demobilisierung sollte auch die im Kriege üblich ge 
wordene Wirtschaft mit den Schatzanweisungen aufhören. Die ur 
sprüngliche Bedeutung des Schatzanweisungskredits lag darin, 
daß sich die Finanzverwaltung vorübergehend Geldmittel ver 
schaffte, die nach kurzer Zeit aus den unregelmäßig eingehenden 
laufenden Einnahmen zurückerstattet wurden. Während des Krie 
ges haben die Reichsschatzanweisungen den Charakter von lang 
fristigen Darlehnsaufnahmen angenommen, die zwar noch das 
Rückzahlungsversprechen ,,nach 3 Monaten“ tragen, aber einst 
weilen uneinlösbar sind. Sie stellen nicht mehr antizipierte Forde 
rungen des Reiches an die Steuerschuldner dar, sondern sie sind für 
das Reich langfristige, unfundierte Anleihen in der gefährlichen 
Form der schwebenden Schulden geworden. Denn dem Gläubiger 
ist nicht nur die Rückzahlung innerhalb kurzer Frist zugesagt, 
sondern sogar auch das Recht zugebilligt worden, die Reichsschatz 
anweisungen jederzeit durch Rediskontierung bei der Reichs 
bank wieder in Geld zu verwandeln. Er hat seine Kaufkraft dem 
Reiche nur auf kurze Zeit geliehen, während für das Reich — 
zum mindesten für die laufenden Ausgaben — jetzt unbedingt wie 
der eine endgültige Erfassung der im Tauschverkehr gebildeten 
Kaufkraft geboten erscheint. Das ist allein auf dem Wege der Steuer 
möglich. Bislang hat sich aber die Nationalversammlung noch 
nicht mit der auf die Abstellung der Kreditwirtschaft hinzielen 
den Steuergesetzgebung beschäftigt 1 ), und so sind weitere 9 Mo 
nate nach Beendigung der Kriegshandlungen verflossen, während 
welcher die Aufbringung von Mitteln für die ordentlichen Aus- 
J ) Es liegt deshalb nahe, die Hinausschiebung der Steuergesetzgebung für die 
schnelle Weiterentwicklung der Geldentwertung verantwortlich zu machen. So 
z. B. Waller in dem oben angeführten Aufsatz: Finanznötc der Gegenwart (Köln. 
Ztg. v. 24. April 1919), Kuczynski, Die Ursachen unserer Finanznot (Deutsche 
Politik vom 6. Juni 1919). 
Inzwischen ist die Nationalversammlung in die Beratung der Steuervor 
lagen eingetreten.
	        

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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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