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Der historische Materialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Der historische Materialismus

Monograph

Identifikator:
1031909583
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-67385
Document type:
Monograph
Author:
Zehntbauer, Richard http://d-nb.info/gnd/1055162402
Title:
Gesamtstaat, Dualismus und Pragmatische Sanktion
Edition:
Erweiterter Sonderabdruck
Place of publication:
Freiburg (Schweiz)
Publisher:
Universitäts-Buchhandlung (Otto Gschwend)
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (73 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der historische Materialismus
  • Title page
  • I. Die Aufgabe der Schrift
  • II. Was der historische Materialismus nicht ist
  • III. Inhalt der Lehre
  • IV. Unsere Beispiele
  • V. Das gesellschaftliche Sein bestimmt den Geist
  • IV. [i.E. VI.] Schluß

Full text

—c 
32 
Gemeinwohls willen unterstützt man nur die Klassen— 
genossen und zieht entschlossen gegen die fremde Klasse in 
den Kampf. 
Liegt also das Wesen der höchsten Sittlichkeit in 
Selbstlosigkeit, Tapferkeit, Treue, Disziplin, Wahrheits— 
liebe, Gerechtigkeitssinn und dem Streben nach Ehre und 
Lob der Mitmenschen, so ändert sich die Wirkung dieser 
Tugenden oder Triebe forlwährend, durch Eigentum, Krieg, 
Konkurrenz und Klassentkampf. 
Wenden wir, um die Sache möglichst klarzustellen, das, 
was wir von Darwin und Marx gelernt haben, jetzt auf 
ein individuelles Beispiel aus unserer eigenen Zeikt, aus 
unserer eigenen unmittelbaren Umgebung an 
Denken wir uns einen Unternehmer, Besitzer einer 
Fabrik, die er in heftiger Konkurrenz gegen seine Klassen— 
genossen betreibt. Kann dieser Mann gegenüber diesen 
Klassengenossen, den Eigentümern der konkurrierenden Fa— 
briken, die höchsten, nach der Bourgeoisie ewigen Gebote 
der Sittlichteit befolgen? Nein, er muß versuchen, den 
Markt für sich zu erhalten oder zu erobern. Er kann das 
mit besseren oder schlechteren Mitteln tun, aber er muß es 
tun. Vielleicht hat er von Natur aus viel soizales Ge— 
fühl — es tut nichts zur Sache, das Gefühl wird durch 
seinen Selbsterhaltungstrieb und die Sorge für seine Nach— 
kommen überwunden In der Konkurrenz ist es eine 
Lebensfrage, den Markt für sich zu behalten, die Kundschaft 
auszudehnen. Stillstand ist dort schon der Anfang des 
Rückschritts 
In dem Maße, wie die Konkurrenz schärfer wird, das 
heißt in dem Maße, wie die Technik und der Weltmarkt 
sich entwickeln, in demselben Maße wird dieser Fabrikant 
weniger sozial empfinden, wird er heftiger auf Selbsterhal⸗ 
tung, das heißt möglichst großen Gewinn bedacht sein. 
Deun je schärfer die Konkurrenz, um so größer die Gefah 
des Unterganges 
Kann dieser Fabrikant die höchsten Gebote der Silt— 
lichkeit seinen Arbeitern gegenüber befolgen? Die Frage 
ist lächerlich Mag er von Natur aus ein guter Mensch 
sein, mag er sogar besonders stark mit den Leidenden emp 
finden, seinen Arbeitern wird er doch einen so niedrigen 
Lohn geben müssen, daß seine Fabrik einen großen Gewinn 
abwirft. Kein oder ein kleiner Gewinn bedeutel Stillstand. 
Der Betrieb muß vergrößert, dann und wann erneuert 
werden, sonst steht er in einigen Jahren hinter anderen zu— 
ruck und ist nach zehn Jahren konkurrenzunfählg. Die Aus—
	        

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Der Historische Materialismus. Buchh. für Arbeiterliteratur, 1928.
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