Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

Monograph

Identifikator:
1031936459
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-64150
Document type:
Monograph
Title:
Denkschrift betreffend die Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen Deutschlands zu den Vereinigten Staaten von Amerika
Place of publication:
Berlin
Publisher:
[Mitteleuropäischer Wirtschaftsverein in Deutschland]
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (89 Seiten 4"(8"))
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
X.
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

11 
161 
wirtschaftlicher Möglichkeiten, wie es früher gelegentlich ein Fourier, Gäbet, 
Popper-Lynkeus, Atlanticus, Wilhelm Neurath, Hertzka, Franz Oppenheimer 
usw. versuchten, ist heute an der Tagesordnung; die Utopie ist gesellschafts^ 
fähig geworden. Es dürfte nicht allzu lange dauern, und die Wirtschaftstheorie 
wird darangehen, systematisch verschiedene mögliche Wirtschaftsordnungen auf 
ihre Wirtschaftlichkeit hin zu untersuchen. Freilich müßte auch noch immer 
festgestellt werden, wie weit eine an sich wirtschaftlichere Ordnung verwirk 
licht werden kann. Der Glaube, daß man umfassende Neuerungen nur im Laufe 
von Jahrzehnten durch vorsichtiges Tasten erfolgreich einführen könne, ist 
wesentlich erschüttert worden. Vielleicht sind manche bereit, in die gegen 
teilige Anschauung zu verfallen, und schätzen die historisch überlieferte Seelen 
verfassung, die Gewöhnung und vieles andere allzu gering ein. 
Als Grundlage wirtschaftlicher Untersuchungen fordert der Zeitgeist eine 
Übersicht überd ie zur Verfügung stehenden Mengen an 
produktiven Mitteln (Maschinen, Wasserkräften, Arbeitskräften, Er 
findungen usw.), über die Rohstoffe usw., sowie über den Bedarf. Ist so das 
technisch Mögliche erkannt, so vermag man festzustellen, wie weit Ein 
richtungen als Mittel der Bedarfsbefriedigung zu dienen vermögen. Die mengen 
mäßige Erfassung der technischen Möglichkeit, deren organisatorische Ver 
wirklichung in Frage steht, kann man als Naturalrechnung der Geld 
rechnung gegenüberstellen, welche vor allem mit Preisen und Reingewinnen 
sich beschäftigt und vielfach von der Anschauung ausgeht, ein größeres Geld 
einkommen eines Volkes bedeute auch ein günstigeres Dasein. 
Geldrechnung war es, wenn Colquhoun die Kriegswirtschaft Eng 
lands während der Napoleonischen Kriege in der Weise beschrieb, daß 
er die Produktion an Milch, Fleisch, den Import an Baumwolle und so weiter 
nicht in Mengen, sondern in Pfund Sterling angab. Geldrechnung war es, wenn 
kürzlich als Verlustposten der Sommerzeit der Gewinnentgang aufgezeigt 
wurde, welcher Stadtverwaltungen dadurch erwächst, daß sie durch Ersparung 
an Gasbeleuchtung für den eigenen Betrieb weniger gewinnen, als sie durch 
den geringeren Gasverkauf an die Bevölkerung verlieren. Es war ein Zeichen der 
vordringenden Naturalrechnungj, daß von vielen Seiten dagegen eingewendet 
wurde, in letzter Linie sei die Sommerzeit eine Ersparung an Kohlen und 
Arbeitskräften. Würde die Sommerzeit von der freien Konkurrenz abhängen, 
Gasfabriken würden sich ihr wohl entgegenstemmen und vielleicht die An 
schauung verbreiten, die Sommerzeit sei nicht mehr modern. 
Die Naturalrechnung ist für leitende Kreise heute im wesentlichen aus 
schlaggebend. Sie dürfte auch der Ausgangspunkt der Wirtschaftswissen 
schaften werden. An sich bedeutet sie keine soziale oder wirtschaftliche Stellung 
nahme, sondern ist eine Betrachtungswei se. Man kann Wirtschafts 
einrichtungen und Wirtschaftsordnungen der Naturalrechnung unterwerfen und 
etwa feststellen, daß z. B. unter gewissen Bedingungen die Verkehrswirtschaft 
wirtschaftlicher sei als die Verwmtungswirtschaft. Es wäre denkbar, daß die 
Verkehrswirtschaft, wie sie zu Beginn des Krieges herrschte, zwar Produktions 
einschränkungen und ähnliches kenne, aber durch die Anspannung der Kräfte 
ein günstigeres Ergebnis liefere als die Verwaltungswirtschaft, welche die 
Produktion organisatorisch fördere, aber psychologisch lähme. Wesentlich wäre 
die Neuorientierung der Fragestellung. Nicht die Veränderungen der Preise, 
des Zinsfußes, des Arbeitslohnes stehen im Vordergründe, sondern ihr Ein 
fluß auf die Bedarfsbefriedigung. Auch können Ordnungen auf 
ihre Wirtschaftlichkeit hin untersucht werden, in denen diese Größen über 
haupt nicht Vorkommen. 
Die Naturalrechnung dürfte auch eine Neugestaltung der Sta 
tistik bedingen. Produktion, Konsum, Export, Import, Vorratsbildung werden 
im Zusammenhang mengenmäßig erfaßt werden müssen. Die Kon 
sumstatistik, welche bisher vielfach ein sozialpolitisches Anhängsel war, dürfte 
nun in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Interesses rücken. 
Während man die Naturalrechnung als Grundlage der wirtschaftstheo 
retischen Analyse auf alle wirtschaftlichen Vorgänge anwenden kann, wird sie 
von der freien Verkehrswirtschaft praktisch nicht benötigt, weil diese ja
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Compte Rendu Des Travaux de La Chambre Syndicale Pendant Lʹannée 1926. Soc. Anonyme du Sémaphore de Marséille, 1927.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.