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Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

Monograph

Identifikator:
1033562599
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-54741
Document type:
Monograph
Author:
Kampffmeyer, Paul http://d-nb.info/gnd/116038365
Title:
Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchhandlung Vorwärts
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (122 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
7. Kapitel. Die Zerrüttung der Familie und die Prostitution Jugendlicher
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
  • Title page
  • 1. Kapitel. Die Ehe und die Prostitution
  • 2. Kapitel. Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung der Stadt
  • 3. Kapitel. Der soziale Schuldbetrag der Prostitution
  • 4. Kapitel. Die staatliche Reglementierung der Prostitution
  • 5. Kapitel. Krankenkasseneinrichtungen zur unentgeltlichen Behandlung Venerischer
  • 6. Kapitel. Die wohnungsgesetzliche Bekämpfung der Mißstände der Prostituiertenwohnungen
  • 7. Kapitel. Die Zerrüttung der Familie und die Prostitution Jugendlicher
  • 8. Kapitel. Fürsorge-Einrichtungen für Minderjährige als Schutzwehren gegen die Prostitution derselben
  • 9. Kapitel. Staatliche und kommunale Zufluchts- und Erziehungsstätten für erwachsene Prostituierte
  • 10. Kapitel. Die Prostitution der dienenden Klasse und ihre Eindämmung
  • 11. Kapitel. Die Prostitution als Klassenerscheinung und ihre Ueberwindung
  • Contents

Full text

87 
Erschwindelte durch eine „Kollekte für armenische Waisen" an einem 
Tage 48 Mark, die vernascht wurden, ebenso das Versetzungsgeld für 
drei erschwindelte Jacketts. Entläuft vom Hause und stiftet ihren 
12 jährigen Bruder zum Straßenraubs an. Vollendete Schau 
spielerin. 
6. F. G. 17 Jahre alt. Hat angeblich als Fünfzehnjährige 
mit vielen verheirateten Männern Unzucht getrieben, dasselbe später 
in E. wiederholt. Galt schon im 14. bis 16. Lebensjahre laut gericht 
licher Feststellung als geschlechtlich beschälten. Lügt. Eltern total 
niachtlos. Bruder im Gefängnis. 
7. G, H. Vater potator (Trinker), der die Kinder mißhandelt, 
so daß er ins Gefängnis kommt, aber strenge auf das abendliche 
Gebet der Kinder hält! G. ist Umhertreiberin gewesen. 
8. H. I. 17 Jahre alt. Schamlose Dirne. Vater und Mutter 
gänzlich machtlos. Das Haus wird vom zuständigen Geistlichen als 
eines bezeichnet, in dem nie Ordnung geherrscht. 
9. I. K. 16 Jahre alt. Bis zuni 14. Jahre äußerlich ganz 
tadellose Schülerin, „die beste Konfirmandin". Dabei innerlich 
durch das Lesen schlechter Bücher schon verdorben. Ergibt sich mit 
Bewußtsein der Unzucht. Erschwindelt Abmeldeschein mit höherem 
Alter. Bordelldirne in C. und D. Ganz erschreckender Zynismus. 
Bei der Aufnahme ohne jegliches Schamgefühl. Langer Aufenthalt 
im Krankenhause, Muß genau überwacht werden, da sie z. B. in 
Köln ganz verwegene Fluchtversuche unternommen und aus 
geführt hat. 
Aus dem 68. Jahresbericht des evangelischen Asyls für weibliche 
Entlassene und des Magdalenenstiftes Kaiserswerth a. Rh. ersehen 
wir, daß von 39 neu aufgenommenen Mädchen 9 Vollwaisen, 5 Vater- 
waisen, 6 Mutterwaisen, 6 unehelich geboren waren. Nach dem 
69. Bericht über das Jahr 1901/1902 derselben Anstalten waren von 
70 neu aufgenommenen Mädchen 11 Vollwaisen, 13 Vaterwaisen, 
18 Mutterwaisen, 7 waren . unehelich oder vorehelich geboren, 
4 wuchsen in Familien auf, deren Elternpaare geschieden waren oder 
getrennt lebten. 
Das Zufluchtshaus Elberfeld-Barmen nahm im Jahre 1893 
74 Pfleglinge auf. Von diesen waren 38 völlig verwaist, „oft schon 
in frühester Jugend", 28 waren Halbwaisen. Es entbehrten 
82,4 Proz. der völligen elterlichen Erziehung.' 
II. Die sozial ohnmächtige P f I i ch t v o r m u n d s ch a f t 
und die P r o st i t u t i o n. 
Unter unseren sozial aussätzigen Mädchen sind zahlreiche das 
Opfer unserer mangelhaften, leistungsunfähigen Einrichtung der 
Pflichtvormundschaft geworden. Die Prostituierten verbrachten ihre 
entbehrungsreiche, freudlose Jugend sehr oft in einer Vater- oder 
mutterlosen Familie. Sie standen häufig von Kindesbeinen an 
upter Pflichtvormundschaft.
	        

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Der Geistige Arbeiter in Der Gegenwärtigen Gesellschaft Und Geschichtsepoche. J. H. W. Dietz Nachfolger, 1926.
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