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Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

Monograph

Identifikator:
1688114769
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105106
Document type:
Monograph
Editor:
Davis, Trietsch
Title:
Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gea Verl.
Year of publication:
1910
Scope:
174 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
  • Title page
  • Contents
  • Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
  • Teil II. Persien und seine Nachbargebiete Afghanistan-Belutschistan
  • Teil III. Tabellarium Kalender und Zeitvergleichung Vergleichende und Umrechnungs-Tabellen. Anhang Die Islamische Welt

Full text

23 Die Landwirtschaft, 34 
aus der Unkenntnis der Wachstumsbedingungen der Boden vieler Bezirke eignet sich seiner Zusammen- 
Pilanze. Die Araber halten diese, nicht mit Unrecht, setzung nach vorzüglich für die Zuckerrübe. Es wird 
für eine Aussaugerin des Bodens und wissen diesem weder an Arbeitskräften noch an Absatz-Gelegenheit 
Übelstand nicht zu begegnen. Auch lassen sie sich für den Rübenbauer fehlen. Man wird mit dieser 
schnell entmutigen. Kultur schnell vorangehen können, einmal weil der 
Ausser den ebengenannten Pflanzen, zu denen _Marokkaner anstellig und arbeitsam ist, sodann weil 
noch die Hirse (in der Gegend von Tanger) sie auf dem vorzüglich geeigneten marokkanischen 
kommt, baut der marokkanische Landwirt noch Boden keine Änderung der europäischen Methoden 
Kümmel, Hanf und Kichererbsen. Die verlangt. Die Aussichten für den Anbau von 
Kultur dieser Gewächse erstreckt sich jedoch nur Zuckerrohr sind gering, denn Marokko eignet 
auf eine kleine Aubaufläche in bestimmten Bezirken. sich, wie Algerien und Tunesien, wenig für die Kul- 
Rüben, Kartoffeln, Erbsen, Pferdebohnen, Futter- tur tropischer und subtropischer Gewächse. 
kräuter sind im allgemeinen unbekannt. Doch würde 
dies alles in dem von der Natur reich gesegneten Um die Weidebezirke Marokkos in Ackerland zu 
Lande vorzüglich gedeihen. verwandeln, wird man die Steppe zunächst mit dem 
Die Fruchtbaumkultur hat in Marokko eine be- Maximum an Nutztieren besetzen, die die natürliche 
sonders grosse Zukunft, aber es bedarf zunächst Vegetation des Bodens ernähren kann. Man wird 
ruhiger Zustände und der Festigung der Besitzrechte auf diese Art Dung und die zum Betriebe rationeller 
und Rechtsbegriffe. Ölbaum, Mandelbaum, Rebstock, Landwirtschaft erforderliche Betriebskraft erhalten. 
Feigenbaum, kurz alle ‘ Fruchtbäume Südeuropas ge- Mit dem Anbau von Futterpflanzen, mag er 
ben in Marokko reiche Ernten. Ihr Anbau wird auch nicht allzu lohnend erscheinen, wird man in 
auch bedeutend lohnender sein als der der der Steppe den Anfang machen müssen. Wie auf 
Feldfrüchte. allen Gebieten der Landwirtschaft bietet Marokko 
Auch die Rübenkultur wird in gewissen auch für Wiesen- und Weidewirtschaf{t 
Gegenden des Landes sehr einträglich sein. Der die günstigsten Aussichten. 
Der Mineralreichtum Marokkos. 
Dass das Land einen grossen Reichtum an Mine- versuche auf eigene Rechnung anstellen. Aber es blieb 
ralien aller Art besitzt, ist bekannt, obwohl das auf bei diesen Versuchen. 
religiösen Vorurteilen beruhende Verbot des Schürfens Nach dem Stand der heutigen Forschung stellen 
und die Unzugänglichkeit des gebirgigen Innern Fest- sich die Minenschätze Marokkos wie folgt dar: 
stellungen im einzelnen erschwerten. Schon die Ana- Gold findet sich im Sus und Nachbargebiet, 
logie des südspanischen Gebirgsstocks, als dessen Fort- ferner im Rif. Auch südlich vom letzteren, in der Ge- 
setzung Marokko zu betrachten ist, weist auf das Vor- gend von Tasa, kommt es nach einer alten arabischen 
kommen wertvoller und abbaufähiger Mineralien in Nachricht vor, vor allem aber in der Nähe der spani- 
diesem Lande hin. Die Kupferlager von Riotinto, die schen Presidien Alhucemas und Penon de Velez de la 
Bleiminen von Linares, die Silberminen von Almeria Gomera im Gebiet des Stammes Rmara, „dem künftigen 
Äinden geologisch höchstwahrscheinlich ihre Fortsetzung Transvaal Nordafrikas!“ 
auf marokkanischem Gebiet. Dass die Trennung Spa- Edelsteine und Halbedelsteine, namentlich 
niens von Marokko nur eine geographische Äusserlich- Bergkristalle und Amethysten, bieten das Rif, das Sus- 
keit ist, zeigt die Ähnlichkeit der fossilen Tier- und gebiet und auch andere Landschaften. 
Pflanzenarten auf beiden Seiten der Meerenge von Das Vorkommen von Silber ist festgestellt vor 
Gibraltar. allem wieder in dem von der Natur reich gesegneten 
Primitive Bergbauversuche in Marokko datieren seit Südwesten des Landes, im Sus, wo es nach dem Zeug- 
Jahrhunderten. Schon zur Römerzeit wurde nach der nis Gundafis an der Quelle des Susflusses zutage treten 
historischen Überlieferung das Goldvorkommen im Rif soll, und in dem südlich von dieser Landschaft sich 
ausgebeutet, und in dem Dschebel Hadid (Eisenberg) hinziehenden langgedehnten Dschebel (Gebirge) Bani. 
nördlich von Mogador finden sich zahlreiche Stollen In dem Mamorawald nordöstlich von Rabat liegt der 
alten Bergbaus. Auch verliehen frühere Sultane verein- Hügel Kudiet (d. i. Minenhügel), in welchem nach dem 
zelt Minenkonzessionen in der Gegend von Tetuan Bericht des deutschen Reisenden Lenz Silbererze vor- 
und Ceuta oder liessen. wie Muley Hassan, Schürf- kommen sollen. Auch die Riataberge südlich von Tasa 
o*
	        

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Handbuch Über Die Wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos Und Persiens, Sowie Ihrer Nachbargebiete. Gea Verl., 1910.
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