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Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

Monograph

Identifikator:
1688114769
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105106
Document type:
Monograph
Editor:
Davis, Trietsch
Title:
Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gea Verl.
Year of publication:
1910
Scope:
174 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil II. Persien und seine Nachbargebiete Afghanistan-Belutschistan
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
  • Title page
  • Contents
  • Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
  • Teil II. Persien und seine Nachbargebiete Afghanistan-Belutschistan
  • Teil III. Tabellarium Kalender und Zeitvergleichung Vergleichende und Umrechnungs-Tabellen. Anhang Die Islamische Welt

Full text

127 Die bedeutenderen Gewerbezweige Persiens. 122 
sächlich in Teheran, Täbris usw. europäische Ware die schicklichkeit verstehen sie Hirsche, Hasen und vor- 
Konkurrenz auf. Da Nh N RER SEE AS Höhe von ungefähr 30 cm aus 
ehämmertem Sta arzustellen. i - 
In Teheran und Täbris selbst findet man auch zum der mattpoliert und Nr N ußS en Ei var 
grössten Teil in Europa, teilweise aber auch in Tehe- reich mit Gold oder Silber verziert, und zwar in 
ran selbst gefertigte, überaus kostbare, meist üÜber- ger Weise, dass man einen feinen Gold- oder Silber- 
ladene, mit Juwelen verzierte Gegenstände. Allein in dgraht auf die zu verzierende Fläche in den entsprechend 
Schiras hat sich seit längerer Zeit ein besonderer oewiinschten Linien auflegt und aufhämmert. Später 
Zweig der Silberschmiedekunst erhalten. Eine Anzahl wird dann der ganze Gegenstand erhitzt, wodurch 
Meister fertigt aus alten, hochwertigen Silber- das Gold oder Silber fest mit der Stahlfläche ver - 
kranen (die persische Münze) Vasen für Blumen, v1unden wird. Vasen, Spiegelrahmen, Derwisch- 
Teller, Tabletts, Kaffee- und Teeservice, Löffel, Feder- S}äpe und -Beile usw. werden in derselben Weise gern 
halter, Rauchservice, Spazier- und Schirmstockgriffe, verziert und die Zwischenräume kunstvoll punziert. 
Pfeifenstücke, Streichholzschachteln usw. Es ist dies eine ; 
punzierte Reliefarbeit, die fast ausschliesslich Werkzeuge und Waffen: Eine ausSer- 
Vorbilder der alten Xerxes-Stadt Persepolis, Tacht-i-Jem- ordentliche Fertigkeit besitzt der Perser in der Her- 
schid genannt, wonach auch diese Kunst ihren Namen stellung von Schneidewaren, Scheren und namentlich 
Tacht-i-Jemschid-Arbeit erhalten hat, benutzt. Die Messer stellt er in einer recht guten, haltbaren Qualität 
Arbeiten sind zum Teile sehr gefällig, ausserordentlich !M den verschiedensten Ausführungen her. 
sorgfältig ausgeführt, und werden zu relativ billigen Auffallend ist die Fähigkeit, moderne euro- 
Preisen (4,6 g zu 70 Pf.), die die mühevolle Arbeit päische Gewehre ganz exakt nachzuahmen. Namentlich 
ziemlich. gering entlohnen, verkauft. Isfahan hat sich Schiras, weniger Isfahan, sind dafür bekannt. Mehr- 
bemüht, diese Arbeiten nachzumachen, ohne jedoch fach finden sich in Persien gefertigte Martini- und 
die Qualität und den Ruf der Schiraser zu erreichen. T[ebelgewehre, ja, man soll sogar Mausergewehre nach- 
Mit grossem Erfolge fertigt es aber die in Schiras nicht ahmen. Wenn aber auch der Mechanismus und das 
hergestellten Silbergravierungen, und zwar Aeussere dieser Gewehre den europäischen vollkommen 
ebenfalls Vasen, Tabakdosen, Bilderrahmen usw. an. ähneln, so dürfte doch die Leistung des Laufes eine 
Isfahan ist überhaupt die Stadt der kunstvollen Gra- mangelhafte sein und in der Präzision denen der Ori- 
vierungen. Ganz besonders für Gravierungen bekannt gjnalerzeugnisse in keiner Weise gleichkommen. Dies 
sind seine Messingarbeiten. Alle möglichen st aber ein für den Perser wenig empfindlicher 
Gebrauchs- und Schmuckgegenstände werden mit dieser \Uebelstand, da sie auf eine grosse Tragweite keinen 
Arbeit, deren Qualität aber ausserordentlich verschieden grossen Wert legen und, was die Treiffsicherheit anbe- 
ist, verziert. Besonders bekannt auch in Europa sind trifft, nicht verwöhnt sind, sondern in meist nur ziem- 
die grossen Messingtabletten, die mit eigen- lich geringen Entfernungen zu schiessen pflegen. 
artigen, zum Teile sehr kunstvollen Mustern bedeckt NE s - e 
sind. Ebenso werden vielfach Vasen und Schalen auf Sehr verbreitet in Persien sind die Kupfer- 
diese Weise geschmückt. schmiede. Fast in jedem Bazare finden „sich be- 
sondere, nur von ihnen bewohnte Strassen, in denen 
Die Arbeit wird auf ziemlich primitive Weise aus- es von ohrenbetäubendem Lärm dieser Verfertiger der 
geführt. Die Messingbleche werden in die entsprechen- wichtigsten Geräte jedes persischen Haushaltes, des 
den Formen gehämmert und gedreht und die Umrisse Kupferkessels und der kupfernen Wasserkanne, wider- 
des Musters in groben Zügen freihändig und hallt. 
ohne Mass auf die zu schmückende Fläche verteilt. Mit grossem Geschick versteht man die verschieden- 
Nachdem das Muster nun auf den Gegenstand gebracht artigsten Gegenstände aus Kupfer und in Verbindung 
ist, graviert der Arbeiter auch die schwierigsten Muster von Kupfer und Messing zu fertigen. In einzelnen 
und geometrischen Figuren aus freier Hand und (Gegenden werden Sa mo wars (russische Teemaschi- 
ohne Vorlage, da es sich meistens für jeden Arbeiter nen), Lampen und andere Gegenstände in einer 
nur um eine bestimmte Anzahl ihm vertrauter Muster, Weise hergestellt, wie sie an Dauerhaftigkeit von der 
die ihm völlig geläufig sind, handelt. importierten Ware nicht übertroffen werden können. 
In ähnlicher Weise werden auch Stahlarbei- In verschiedenen Städten, so zum Beispiel in Tehe- 
ten, dem spröderen und schwerer zu handhabenden ran und Isfahan, werden Zinkgussarbeiten 
Material entsprechend gröber, in hübscher Form gra- in einer verhältnismässig grossen Vollendung den euro- 
viert und die Zwischenräume dann punziert. Die päischen Produkten täuschend nachgeahmt, und zwar 
Perser haben eine Vorliebe für aus Stahl getriebene fertigt man hauptsächlich Lampenfüsse, Schalen, Vasen 
Tiergestalten, Früchte usw., mit einer grossen Ge- sowie Verzierungen daraus.
	        

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Handbuch Über Die Wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos Und Persiens, Sowie Ihrer Nachbargebiete. Gea Verl., 1910.
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