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Probleme der Wirtschaftsgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

Monograph

Identifikator:
1689561912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-101785
Document type:
Monograph
Author:
Below, Georg von http://d-nb.info/gnd/118658085
Title:
Probleme der Wirtschaftsgeschichte
Edition:
2., photomechanisch gedr. und durch ein ausführliches Vorw. erg. Aufl
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Mohr
Year of publication:
1926
Scope:
XXIV, 710 S
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Probleme der Wirtschaftsgeschichte
  • Title page
  • Contents
  • I. Das kurze Leben einer viel genannten Theorie über die Lehre vom Ureigentum
  • II. Die Haupttatsachen der älteren deutschen Agrargeschichte
  • III. Die Fürsorge des Staates für die Landwirtschaft einer Errungenschaft der Neuzeit
  • IV. Über Theorien der wirtschaftlichen Entwicklung der Völker, mit besonderer Rücksicht auf die Stadtwirtschaft des deutschen Mittelalters
  • V. Die Motive der Zunftbildung im deutschen Mittelalter
  • VI. Großhändler und Kleinhändler im deutschen Mittelalter
  • VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus
  • VIII. Der Untergang der mittelalterlichen Stadtwirtschaft (über den Begriff der Territorialwirtschaft)
  • IX. Die älteste deutsche Steuer
  • Autorenregister
  • Sachregister

Full text

VII. Die Entstehung des modernen Kapitalismus. : J 
kann. Aber Unselbständigkeit ist nicht das Gleiche wie Aus- 
beutung. 
Wir halten also daran fest, daß Kapitalismus die Ver- 
wendung von viel Kapital ist. Der Maßstab, an dem man 
feststellt, ob der Betrieb einen genügend großen Umfang hat, 
um als kapitalistisch zu gelten, ist darin gegeben, daß die 
Mehrzahl der in dem Betrieb beschäftigten Arbeiter 
nicht zur Selbständigkeit gelangen kann. 
Man hat gegen die Deutung des Kapitalismus, wie wir 
sie vortragen, geltend gemacht?), daß ,die große Unternehmung 
etwas rein Äußeres ist; sie ist ein Skelett der wirtschaftlichen 
Struktur, kann auf der Stufe der Fronhofswirtschaft ebenso 
existieren wie im kapitalistischen Zeitalter“?). Tatsächlich wird 
jedoch in der Fronhofswirtschaft, der mittelalterlichen Groß- 
grundherrschaft nicht viel Kapital im Betriebe verwandt. Der 
Betrieb ist in ihr vielmehr wesentlich bäuerlich. Es kann zwar 
auch in der Grundherrsschaft viel Kapital verwendet werden, 
so in der amerikanischen Plantagenwirtschaft. Aber diese nähert 
sich damit der kapitalistischen Wirtschaft, wie ihr auch die deutsche 
Grundherrschaft mit ihrer Umwandlung zur Gutsherrschaft 
nahe kommt. Insofern ist es berechtigt, Beziehungen zwischen 
der ostdeutschen Gutsherrschaft und der kapitalistischen Wirt- 
schaft zu behaupten®). Doch ist auf das Maß des in der Guts- 
!) Lewinski, Weltwirtsch. Archiv, Juli. 1919, S. 84, welcher noch 
Kapitalismus diejenige Unternehmung nennt, welche „Mehrwert 
heckt.“ 
2) Lewinski fährt fort, es sei charakteristisch für unser Zeitalter, 
daß wir außer den Arbeitern und den Besitzern von Grund und Boden 
eine dritte Gruppe finden, die der Kapitalisten, denen der Besit des 
Kapitals ein Einkommen schafft. Wenn man so argumentiert, dann 
muß man auch das Mittelalter vom 12. Jahrhundert an zum Zeit- 
alter des Kapitalismus rechnen. Denn in den mittelalterlichen Städ- 
ten saßen reichlich Leute, denen das Kapital Einkommen schaffte 
(durch Häuserzins usw.). 
3) G. F. Knapp, Die Landarbeiter in Knechtschast und Freiheit 
S. 45. Wir können indessen Knapp nicht beistimmen, wenn er das 
Wesen der kapitalistischen VWirtschaft darin sieht, daß sie ihre Erzeug- 
nisse für den Verkauf auf dem Markt herstellt und daß sie ihren Zwed 
v. Be lo tv. Wirtschastsgescichte 2. Aus. 93 
a. (). 
b
	        

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Probleme Der Wirtschaftsgeschichte. Mohr, 1926.
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